Kanada: Ein Unterstrich brachte Kik-Nutzer 18 Monate Gefängnis ein
Kanada: Ein Unterstrich brachte Kik-Nutzer 18 Monate Gefängnis ein
Ein Mann aus Kanada wählte ein Pseudonym von Skyrim. Er wurde trotz fehlender Beweise verurteilt. Die Anfrage betraf eine andere Person.
Verdächtiger aus Kanada trotz fehlender Beweise verurteilt
MediaLab AI, Inc. erhielt falsch gestellte Anfrage
Unschuldsvermutung in Kanada irrelevant?
Berufungsgericht sprach Brandon Klayme in allen Punkten frei
Ein Mann aus Halifax, Kanada, wählte als Benutzernamen “fus_ro_dah”. Dies ist ein Ruf aus dem Spiel „The Elder Scrolls V: Skyrim„. Ein Unbekannter hatte mit einem ähnlichen Pseudonym, was sich lediglich durch einen Unterstrich unterschied, einem 12-jährigen Mädchen aus Wisconsin (USA) sexualisierte Bilder geschickt. Mehr als 100 Nachrichten liefen insgesamt über den Messenger Kik. Dieser ist in bestimmten Kreisen sehr beliebt, weil man dabei statt einer Telefonnummer nur einen Benutzernamen angeben muss. Die kanadischen Behörden versagten daraufhin auf mehreren Ebenen und haben jemanden eingesperrt, obwohl sie keine Beweise für seine Taten finden konnten.
Verdächtiger aus Kanada trotz fehlender Beweise verurteilt
Das einzige Indiz für einen Zusammenhang zwischen dem Täter und dem Verurteilten war das ähnlich gewählte Pseudonym von Skyrim. Bei der Auswertung der beschlagnahmten Geräte konnte die Polizei nichts finden. Die Chats zwischen dem Straftäter und dem Mädchen fehlten schlichtweg auf den Geräten. Man fand auch nicht die gesuchten Werke, die der Täter weitergeleitet hatte. Trotzdem befand im Jahr 2023 ein Gericht den Verdächtigen für schuldig und verurteilte ihn 2024 zu 18 Monaten Haft, die er bereits verbüßt hat.
Der verurteilte Brandon Klayme kämpfte auch nach seiner Freilassung für sein Recht. Im Zuge der Vorbereitung seiner Berufung entdeckte man schließlich den Fehler beim Skyrim-Benutzernamen, der letztlich zu dem Unheil führte. Letzten Donnerstag hob das Berufungsgericht von Nova Scotia Klaymes Verurteilung auf und schrieb: „Herr Klayme ist faktisch unschuldig in Bezug auf die Straftaten. Er hätte niemals angeklagt, geschweige denn verurteilt werden dürfen.“
MediaLab AI, Inc. erhielt falsch gestellte Anfrage
Der Fall begann ursprünglich im Jahr 2018, als die........
