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KI übernimmt Täter-Suche: Private identifizieren Verdächtige schneller als die Polizei

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04.04.2026

KI übernimmt Täter-Suche: Private identifizieren Verdächtige schneller als die Polizei

KI verändert die Täter-Suche: Während die Polizei fahndet, identifizieren Privatpersonen mittels KI Verdächtige schneller als die Behörden.

Öffentlichkeitsfahndung trifft auf KI: Der Fall Bern

Private nutzen KI zur Identifizierung – in Minuten

Polizei darf KI nicht einsetzen – Private schon

Paradoxon: Staat verzichtet – das Netz übernimmt

Kritik: Das eigentliche Problem sind die Plattformen selbst

KI übernimmt Täter-Suche: Zwischen Fahndung und digitalem Pranger

Die Berner Polizei stellte im März 31 Gesichter von Personen ins Netz, die sich am 11. Oktober 2025 an einer unbewilligten Pro-Palästina-Demonstration in Bern beteiligt haben sollen. Während Behörden offiziell an rechtliche Grenzen gebunden sind, nutzen Privatpersonen frei verfügbare KI-Tools und identifizieren die Verdächtigen angeblich in wenigen Minuten. Der aktuelle Fall zeigt, wie künstliche Intelligenz (KI) die Täter-Suche zunehmend übernimmt und grundlegend verändert. Die klassische Öffentlichkeitsfahndung wird damit zur digitalen Massenrecherche, mit unklaren Folgen für Datenschutz, Persönlichkeitsrechte und den Rechtsstaat.

Öffentlichkeitsfahndung trifft auf KI: Der Fall Bern

Nach massiven Ausschreitungen bei der unbewilligten Pro-Palästina-Demonstration am 11. Oktober 2025 in Bern fahndet die Kantonspolizei weiterhin nach mutmasslichen Beteiligten. Rund 5000 Menschen nahmen an der Kundgebung teil, es kam zu Gewalt, Sachbeschädigungen und verletzten Polizeikräften.

Bisher konnten bereits über 100 Personen identifiziert werden. Für 31 weitere Verdächtige griff die Staatsanwaltschaft zu einem drastischen Mittel. Im Rahmen der vor zwei Wochen gestarteten Öffentlichkeitsfahndung stellt die Kantonspolizei Bern nun unverpixelte Fotos ins Netz. Zuvor veröffentlichte, verpixelte Aufnahmen hatten nicht den gewünschten Ermittlungserfolg gebracht.

Die abgebildeten Personen stehen im Verdacht, an den Ausschreitungen beteiligt gewesen zu sein. Die Verantwortlichen sollen nicht nur strafrechtlich belangt werden, sondern auch für die entstandenen Kosten aufkommen. Hinweise aus der Bevölkerung nimmt die Polizei weiterhin entgegen.

Private nutzen KI zur Identifizierung – in Minuten

Kurz nach Veröffentlichung der Bilder berichtete der Tages-Anzeiger, dass ein Mann mithilfe von KI-Tools zwei der Verdächtigen innerhalb weniger Minuten identifiziert haben soll. Auf Blick.ch bekennt der Kommentarschreiber lollolol:

„Ich habe zwei der gefahndeten Personen innerhalb von 5 Minuten im Internet bzw. mit etwas KI mit dem vollständigen Namen zu 100% identifizieren können.“

„Ich habe zwei der gefahndeten Personen innerhalb von 5 Minuten im Internet bzw. mit etwas KI mit dem vollständigen Namen zu 100% identifizieren können.“

In einem weiteren Kommentar relativiert derselbe Nutzer den Fall sogar und vermutet, die Vorwürfe könnten weniger gravierend sein, da die Polizei andernfalls anders vorgegangen wäre.

Plattformen wie PimEyes, Clearview AI oder ähnliche Dienste ermöglichen es, ein Foto hochzuladen und automatisiert nach Treffern im Internet zu suchen. Die Systeme gleichen dabei Gesichter mit Bildern aus sozialen........

© Tarnkappe