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Römerbrief: Mehr Vertrauen geht nicht

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Vor ungefähr zwei Jahren war ich bei einer Beerdigung. Eine alte Dame war gestorben, über 90 Jahre alt. Ich war als Lektorin eingesetzt – für genau die Lesung aus dem Brief an die Gemeinden in Rom, die an diesem Sonntag verkündet wird. Die alte Dame habe den Text selbst ausgesucht, hieß es. Er sei schon seit vielen Jahren einer ihrer Lieblingstexte gewesen. 

Wer über 90 ist, hat sicher einiges mitgemacht. Schönes, aber auch Trauriges, Schmerzhaftes. Damit rechnet auch Paulus in seinem Brief. Er schrieb ihn wohl im Winter 56 oder im Frühjahr 57 auf seiner dritten Missionsreise. Bis dahin hatte er schon viel erlebt: Schönes, wenn er Erfolg hatte mit seiner Predigt, wenn er Freundschaften schloss in den jungen Gemeinden. Aber auch Übles: Er wurde aus Ortschaften vertrieben, ihm wurde Prügel angedroht, er wurde mehrfach verhaftet; später würde er noch Schiffbruch erleiden – buchstäblich wie im übertragenen Sinn. Und er erlebte, dass Christen wegen ihres Glaubens verfolgt, ausgegrenzt oder sogar getötet wurden.

Und doch konnte Paulus schreiben: „Ist Gott für uns,wer ist dann........

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