Ohne Berührungsangst
Wie sie das nur tun könne, mit Tätern unterwegs sein? Diese Frage stellen Marion Königbauer viele Menschen in ihrer Umgebung. Hat sie keine Angst vor Straftätern, die einen Mord begangen haben oder wegen anderer übler Taten im Gefängnis sitzen?
Königbauer ist Sozialarbeiterin beim „SKM Donau-Ries – Katholischer Verband für soziale Dienste e.V.“ und dort für die Straffälligenhilfe zuständig. Sie sagt: „Die Tat macht nicht den Menschen aus.“ Für sie ist es wichtig, in ihrem Gegenüber zuerst den Menschen zu sehen. Dass er straffällig geworden ist, sei nur ein Aspekt seines Lebens.
So könnte es auch Jesus gesehen haben, als er beim Zöllner Matthäus zu Gast war inmitten von anderen Gästen, die auch als Sünder galten. Zur Zeit Jesu war Zöllner ein einträglicher Beruf, aber er machte die Menschen zu Außenseitern – möglicherweise,, weil sie mit den römischen Besatzern kollaborierten. Der Evangelist Lukas sagt über den Zöllner Zachäus zudem, dass er unrechtmäßig reich geworden ist. Er soll die Menschen betrogen und ihnen zu viel Geld abgenommen haben.
„Jeder bekommt einen Vertrauensvorschuss von mir“
„Jeder bekommt einen Vertrauensvorschuss von mir“
Jesus weiß das. Aber er will den Zöllnern offenbar nicht ihr Menschsein absprechen. „Nicht die Gesunden bedürfen des Arztes, sondern die Kranken“, sagt er und bleibt im Haus des Matthäus, während die........
