Der Chemiker Jens Soentgen: Die Welt braucht Staub
Jens Soentgen bewundert Staub. Auch wenn er ihn vom Schreibtisch und den Regalen wegwischt, bevor er einen Besucher in seinem Büro erwartet. Mit einem Tuch in der Hand schaut der Professor, ob sich auf den Oberflächen oder den Ecken nicht zu viel davon abgesetzt hat. Das passiert ja schnell. Das weiß er spätestens seit seinem Zivildienst: „Da war ich vorwiegend im Putzdienst eingesetzt und habe Staub in allen Formen kennengelernt.“
Seitdem verfolgt den Philosophen und Chemiker die Materie nicht nur beim Saubermachen, sondern fordert ihn auch wissenschaftlich heraus. Sogar ein Buch hat er darüber geschrieben. Denn Staub steckt voller Rätsel, lässt sich schwer greifen und schon gar nicht festhalten. „Eigentlich beschreibt der Begriff alles, was so fein und leicht ist, dass es sich aufwirbeln lässt und dann eine Weile in der Luft schwebt.“
Diese Definition hat schon der Heilige und Universalgelehrte Isidor von Sevilla im 6. Jahrhundert aufgebracht, so Soentgen. Deshalb zählen auch winzige Wassertröpfchen dazu, die etwa in der Gischt zerstäuben. Auch wenn der allgemeine Sprachgebrauch allein trockene Schmutzteilchen zum Staub zählt: Er kann auch nass sein.
„Die meisten Menschen würden sagen, eine staubfreie Welt wäre eine bessere........
