V02: Wie die Angelfreunde das Naturparadies Sunthauser See retten wollen
„Der Sunthauser See ist weit mehr als ein Angelgewässer – er ist ein ökologisch wertvoller Lebensraum mit grosser Bedeutung für den Natur- und Artenschutz in unserer Region.“. Doch zunehmend sorgt eine Verschlammung der Flachwasserzonen dazu, dass insbesondere im Bereich der Bachmündung der Kötach der See flacher wird. „Wir wollen mit unserem Projekt dazu beitragen, dass der See auf langfristige Sicht erhalten bleibt und damit den immens wichtigen Brut- und Laichbereich schützen und sogar aufwerten.“
Der See droht zu verlanden
Manuel Merz, Vorsitzender des Angelvereins Bad Dürrheim-Sunthausen, und seinem Gewässerwart Denis Kammerer liegt der See sehr am Herzen. Sie wollen unter anderem durch eine gezielte Einbringung von heimischen Ufer- und Wasserpflanzen dazu beitragen, dass der See in seiner jetzigen Form erhalten bleibt. „Wenn wir nicht jetzt anfangen, etwas zu tun, dann wird es den See in ein oder zwei Jahrzehnten nicht mehr geben“, warnt der Gewässerwart. „Sollten wir bei dem Wettbewerb zu den Gewinnern zählen, ist das ein Initialbudget, das uns hilft, schneller voranzukommen“, erläutert Manuel Merz.
Riesige Artenvielfalt durch mikrobiologische Belastung
Der Sunthauser See war bis vor wenigen Jahren ein Badesee, wurde dann aber aufgrund von einer hohen mikrobiologischen Belastung, vermutlich Überdüngung durch Gülle, für das Schwimmen gesperrt. Was für das Baden schlecht ist, gereicht der Tierwelt zum Vorteil. Genau diese mikrobiologischen Teilchen machen den See zu einem hervorragenden Laich- und Brutgebiet für Fische und Vögel. „Es gibt wenig Seen, die eine solche Artenvielfalt beheimaten“, betont Merz. Aufgabe des Angelvereins ist es dabei auch, das Gleichgewicht zwischen Fried- und Raubfisch aufrecht zu erhalten.
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Außerdem sorgen verschiedene Einflüsse dafür, dass der See nach und nach verlandet, was man insbesondere beim Zulauf der Kötach zu sehen bekommt. Dort entstehen immer neue kleine Inseln, die, würde man auch hier nichts dagegen tun, irgendwann den See komplett einnehmen würden. Nachdem die Kötach renaturiert wurde, fliesst das Wasser langsamer und bei Starkregen wird mehr Sediment von Flussrand abgetragen, das im See landet. Eine geringere Fließgeschwindigkeit hat auch zur Folge, dass das Wasser sich stärker erwärmt, zumal entlang der Kötach kein einziger Baum mehr steht. „Auch das müssen wir dringend angehen. Denn die erhöhte Temperatur hat wiederum zur Folge, dass das Gleichgewicht im See kippen kann“, erklärt Denis Kammerer.
Der Anbau von Schilf bewirkt eine natürliche Filterstruktur. Seerosen bedecken den See und helfen, der Erwärmung entgegenzuwirken. Die Gewässerrandstreifen müssen ausgebaut und der Brutbereich für eine Vielzahl an Vögeln besser geschützt werden. Es gibt also sehr viel zu tun für den Verein.
Es gibt ihn seit knapp 50 Jahren. Zunächst hatte nur Bad Dürrheim einen Angelverein, Sunthausen einen losen Zusammenschluss von Angelfreunden. 2013 haben sich die Gruppen zusammengeschlossen. Fast 50 Angler sorgen dafür, dass das Gleichgewicht im Sunthauser sowie im Salinensee aufrechterhalten wird. Ihr Einsatz ist von unschätzbarem Wert, um die Seen als Erholungsorte zu erhalten.
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