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Kinderfreuden auf dem Bodanrück: Bubi und Helmut werden bald Papa

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13.03.2026

Die Klapperstörche sind schon da. Am 22. Februar sei das Paar zurückgekommen ins Nest beim Wild- und Freizeitpark Allensbach und sammle fleißig Nistmaterial, berichtet Parkleiterin Martina Schleith. Bereits vor rund zehn Jahren hatte sie auf dem Dach des landwirtschaftlichen Gebäudes gegenüber dem Landgasthaus Mindelsee ein Storchennest anbringen lassen. Der Storchenbeauftragte des Landkreises habe damals gemeint, die Lage sei ideal, erinnert sich Schleith. Aber erst 2025 ließ sich hier ein Storchenpaar nieder und brütete drei Eier aus.

Vorsicht, tief fliegende Störche

„Als dieses Paar nun zurückkehrte, kam ein anderes – und sie stritten sich um das Nest“, hat Schleith beobachtet. Auf jeden Fall dürfte es im Nest in den kommenden Monaten wieder Nachwuchs geben, meint die Parkleiterin, der noch etwas anderes aufgefallen ist. Wenn die Störche in der Umgebung Material fürs Nest oder Futter suchen, dann fliegen sie oft über die Einfahrt zum Parkplatz – und das recht niedrig. Sie hat daher an der Einfahrt ein Schild angebracht: „Vorsicht, tief fliegende Störche.“

Bald dürfte dort wieder mehr Verkehr sein, denn am Samstag, 14. März, ist Saisonstart im Wildpark. Dann öffnet das Landgasthaus, und alle Spielattraktionen – etwa der große Rutschenturm – sind in Betrieb, so Schleith. Auch die Parkeisenbahn, die über den Winter repariert werden musste.

Wo der Klapperstorch ist, sind Babys oft nicht weit. So ist es auch im Wildpark. „Bei den Wisenten erwarten wir Nachwuchs“, so Martina Schleith. Der Bulle Bubi werde Vater. Er war im Herbst 2024 zusammen mit der schon betagten Wisentkuh Kressie aus einem Gehege bei Schopfheim in den Park auf dem Bodanrück gekommen.

Schleith nahm die Tiere auf, denen das Einschläfern drohte, weil ihr angestammtes Gehege abgebaut wurde. Und Bubi habe im Wildpark sofort das Kommando übernommen. „Der hat sich gleich in unsere Wisentkuh verliebt“, so die Parkleiterin schmunzelnd. „Zum Nachteil unseres bisherigen Wisentbullen. Der konnte nur zuschauen, wie ihm seine Herzdame weggeschnappt wird.“

Auch in anderen Gehegen erwarte man Nachwuchs, so Schleith. Unter anderem bei allen Hirscharten, wobei es bei den Rothirschen bereits zwei neue junge Exemplare von auswärts zur Blutauffrischung gebe. Im April oder Mai dürfte es bei den Steinböcken so weit sein. „Helmut wird demnächst Vater“, kündigt die Parkleiterin an. Das einstige Sorgenkind sei zum stattlichen Steinbock geworden.

Helmut wurde selbst erst im Frühjahr 2024 geboren – ohne große Überlebenschance. Das Muttertier starb bei der Geburt, und er hatte einen offenen Rücken. Martina Schleith übernahm die Rolle der Ziehmama und päppelte zusammen mit ihrem Tierarzt den kleinen Helmut auf, der intensiv behandelt werden musste.

Ganz in der Nähe befindet sich das Gehege der beiden Murmeltiere, die aber laut Schleith noch Winterschlaf halten. Auch wenn es jetzt schon mitunter angenehme Temperaturen gibt. Murmeltiere nähmen die Wetterentwicklung besser als Menschen wahr, erklärt sie. Und es könne ja auch noch mal recht kalt werden. „Wir lassen die in Ruhe ausschlafen.“ Ende März oder Anfang April dürften sich die Murmeltiere dann wieder zeigen – vielleicht sogar mit Nachwuchs, so Schleith: „Wir lassen uns überraschen.“

Hufpflege gar nicht so einfach

Gut eingelebt im Park habe sich die Mikro-Eselin Reinette, die im Juli 2025 aus den Beneluxländern auf den Bodanrück kam. Sie verstand sich im Gehege auf Anhieb mit der etwas größeren Zwerg-Eselin Beauty, erzählt die Parkleiterin.

Die nur knapp 70 Zentimeter hohe Eselin habe sich allerdings ziemlich gesträubt und alle Kräfte mobilisiert, als zum ersten Mal der Hufschmied zur Hufpflege gekommen sei. „Esel sind da sehr eigen“, weiß Schleith aus Erfahrung. Und weil diese Tierchen so klein sind, könne der Hufschmied auch schlecht wie bei einem Pferd ein Hinterbein anheben. Deshalb habe schließlich der Betriebsleiter des Parks Reinette komplett hochgehoben, damit ihr der Schmied die Hufe schneiden konnte. Und mittlerweile habe sich die kleine Eselin an die Prozedur gewöhnt.

Mehr als 300 Wildtiere

Im Wild- und Freizeitpark Allensbach leben mehr als 300 Wildtiere. Neben Bären und Wölfen gibt es Luchse, Stein- und Rotwild, Hirsche, Wildschweine, Wisente, Murmeltiere und andere mehr. Außerdem werden in der Falknerei Raubvögel gehalten. Durch den Park fährt eine kleine Eisenbahn, und es gibt diverse Spiel- und Freizeitmöglichkeiten in der 75 Hektar großen Anlage. Die Öffnungszeiten sind täglich von 10 bis 19 Uhr, Einlass bis 17 Uhr. Die Eintrittspreise seien unverändert zum Vorjahr, so die Leiterin Martina Schleith.

Mit dem Saisonstart beginnt auch die Falknerei von Alexa Meininghaus wieder mit ihren Vorführungen. Nach dem völlig schwarzen jungen Rabengeier Rufus vor zwei Jahren kam vergangenen Sommer das Truthahngeier-Baby Rosalie neu ins Greifvogel-Ensemble. Sie ist ebenfalls schwarz gefiedert, hat aber ein rotes Gesicht. Dieses Jahr soll Rosalie voll integriert werden in die Vorführungen der Falknerin, so die Parkleiterin. Wobei die beiden Geier zwar auch fliegen, aber: „Es sind eigentlich keine Könige der Lüfte.“ Sondern sie gehen auch zu Fuß. „Die laufen unheimlich gern auf dem Boden. Und schaukeln dabei wie ein Schiff“, so Schleith schmunzelnd. Ursprünglich kommen diese Geierarten in Südamerika vor.

Weiterhin eine besondere Attraktion seien für viele Besucher die beiden weißen Polarwölfe, so Schleith. Die hätten eigentlich bis Ende März Paarungszeit, aber das männliche Tier sei kastriert. Daher würden die beiden Wölfe derzeit mehr heulen. Sie leben seit Frühjahr 2022 zusammen mit den Braunbären Andi und Konrad im großen Waldgehege. Auch über den Winter nutzbar – und sehr beliebt – war der große Kletterturm Klettermaxe, der erst vor einem Jahr als neue Attraktion eröffnet wurde, berichtet Schleith.

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