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So stärkt der Naturpark Schaffhausen die grenzüberschreitende Zusammenarbeit

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03.04.2026

„In unserer Gemeinde wurden bisher 40 Projekte realisiert und dabei ist etwa das 16-fache der Investitionen zurück in die Gemeinde geflossen“, sagte der Gemeindepräsident Werner Haas, als er bei der Mitgliederversammlung des Vereins „Regionaler Naturpark Schaffhausen“ die landwirtschaft und weinbaulich geprägte Gastgebergemeine Trasadingen vorstellte. Der Vereinspräsident Hansruedi Meier konnte in der Mehrzweckhalle rund 50 Anwesende begrüßen, die mit 73 Gemeinde- und 29 Einzelstimmen allen Anträgen einstimmig zugestimmt hatten.

Christoph Müller präsentierte den positiven Jahresabschluss 2025 und ein ausgeglichenes Budget 2026. Der Geschäftsführer bemerkte, dass sich der Regionale Naturpark Schaffhausen mit den 15 Mitgliedsgemeinden dem Ende der ersten zehnjährigen Betriebsphase nähert und er täglich mit den Vorbereitungen für die zweite Betriebsphase beschäftigt ist, die im Jahr 2028 startet.

Deutsche Gemeinden im Schweizer Naturpark

Um den beiden Schaffhauser Exklaven Rüdlingen und Buchberg überhaupt einen Beitritt zum zwingend zusammenhängenden Naturpark Schaffhausen zu ermöglichen, konnte bei der Gründung durch die Mitgliedschaft der deutschen Gemeinden Jestetten und Lottstetten der Zusammenschluss mit dem Unteren Kantonsteil realisiert werden. 2025 wurde zudem Dettighofen als assoziierte Gemeinde im Naturpark aufgenommen.

Das ist eine Gelegenheit für Gemeinden, die bisher nicht zum Naturpark gehören, sich für die Mitgliedschaft zu bewerben. Gemäß den Vereinsstatuten zahlen sie keinen Mitgliederbeitrag und haben auch kein Stimmrecht, erhalten aber die Möglichkeit, Projekte für alle Tätigkeitsbereiche des Naturparks einzureichen.

Der Gemeinderat Dettighofen hat bereits einem Beitritt für die zweite Betriebsphase 2028 bis 2037 zugestimmt und die Bürgermeisterin Marion Frei bekundete mit ihrer Präsenz das große Interesse am Naturpark. Für die Umsetzung von Naturpark-Projekten in den deutschen Mitgliedsgemeinden stellt das Land Baden-Württemberg aus der Naturparkförderung jährlich Gelder in der Größenordnung von rund 30.000 Euro zur Verfügung.

In den vergangenen Jahren hat das Regierungspräsidium Freiburg für den Regionalen Naturpark Schaffhausen durchschnittlich jährlich rund 23.600 Euro zugewiesen. Bei einer flächenmäßigen Erweiterung geht das Ministerium für Ernährung, Ländlicher Raum und Verbraucherschutz derzeit von einer geringfügigen Erhöhung von etwa 1000 Euro aus. Zudem können dafür weitere Fördertöpfe angezapft werden. „Gemäß den Jahresabschlüssen wurden für die beiden deutschen Gemeinden im Jahr 2024 rund 42.150 Franken und im Jahr 2025 rund 38.600 Franken an Projektmittel ausgegeben, wobei die Einnahmen für Jestetten und Lottstetten genau gleich hoch ausgefallen sind“, sagte Christoph Müller auf Anfrage.

Anträge für Projekte in Deutschland können beim Regionalen Naturpark Schaffhausen eingereicht werden und werden vom Naturpark Südschwarzwald geprüft, mit dem der Naturpark Schaffhausen eng zusammenarbeitet. Da es sich abzeichnet, dass für die zweite Betriebsphase weitere neue Gemeinden hinzukommen, musste auch das Organisationsreglement angepasst werden, in dem die Mitgliederbeiträge sowie die Verteilung der Stimmen der einzelnen Gemeinden geregelt sind. Die Stadt Schaffhausen und die deutschen Mitgliedsgemeinden zahlen einen jährlichen Beitrag von einem Franken pro Einwohner, was auch für die städtische Gemeinde Neuhausen am Rheinfall gilt, die ebenfalls Interesse an einem Beitritt bekundet hat.

Der Jestetter Zipfel beteiligt sich aktiv im Naturpark

Die Projektleiterinnen stellten dann einige Projekte vor. Anna Geiger erläuterte das Interreg-Projekt „Ziit zum Zuelose“, bei dem sich auch Jestetten und Lottstetten beteiligen. In neun Gemeinden werden dabei Audiorundgänge umgesetzt, bei denen sich ältere Menschen an Anekdoten aus ihren Kinder- und Jugendtagen erinnern und Einblicke in das frühere Dorfleben geben.

Im Herbst 2025 besuchte der Vorstand der Hochrhein-Kommission mit Landrat Martin Kistler bereits das Vorprojekt „Ziit zum Zuelose“, das in Neunkirch bereits abgeschlossen ist. Im Jahr 2024 wurden die Projekte „Coaching Naturparkschulen“ sowie „Landschaftspflege mit Schulklassen“ weiter umgesetzt und im Herbst machte der mobile Naturpark Kochbus für fünf Tage Halt im Naturpark Schaffhausen und kochte mit rund 100 Schülern der Grundschule Lottstetten und der Realschule Jestetten regionale Gerichte. Zudem entstand in Altenburg der grenzüberschreitende Keltenweg, auf dem historische keltische Ausgrabungen sichtbar gemacht und dokumentiert wurden. „Der Naturpark bringt der Region und den Gemeinden nicht nur finanzielle, sondern auch ökologischen und gesellschaftlichen Nutzen“, betonte Hansruedi Meier.   

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