Amtsgericht Konstanz verhandelt jetzt im Industriegebiet. So lief der Umzug zur Zwischenlösung
Am ersten Tag nach einem Umzug läuft selten schon alles ganz rund. So ist es auch, wenn ein Gericht umzieht. Weil das Gebäude an der Laube saniert wird, befindet sich das Amtsgericht Konstanz so lange im Industriegebiet. Man sei bereit für den laufenden Dienstbetrieb, sagt Franz Klaiber, Direktor des Amtsgerichts. Doch bis alles eingespielt und voll funktionsfähig ist, werde es noch ein paar Tage brauchen.
Rund eine Woche dauerte der eigentliche Umzug. Doch es gebe Abteilungen, in denen immer noch nicht alle Kisten ausgepackt seien, so Klaiber. Wo es besonders viele Akten gibt, benötige man dafür länger. Dazu kommen Kleinigkeiten – wie Schilder, die noch fehlen. Solange weisen an die Wände geklebte Papiere den Weg zu den Warteräumen und Sitzungssälen. Für den dritten Sitzungssaal wurde erst am Montag die letzte Technik geliefert.
Angeklagte zuerst an falscher Adresse
Eine ganz andere Herausforderung ist es, dass wirklich alle vom neuen Standort erfahren. Zwar habe man die Adresse möglichst breit kommuniziert, auf Ladungen für Verfahrensbeteiligte sei die Lilienthalstraße angegeben. Trotzdem kommt es noch zu kleinen Hindernissen. Die zeigen sich in den ersten Verhandlungen. Einen ungünstigen Start legte die Angeklagte in einem Verfahren hin: Sie verspätete sich, weil sie zuerst am alten Standort an der Laube war und mit dem Fahrrad ins Industriegebiet fahren musste.
Der Richter zeigt Verständnis dafür. Eine Zeugin im gleichen Prozess war ebenfalls verspätet – sie fand keinen Parkplatz. Da sich das Amtsgericht jetzt in einem Bürogebäude befindet, müssen sich Besucher zunächst an der Pforte vor dem Komplex anmelden, bevor sie mit einem Besucherausweis in das Gebäude kommen können. Auch der Weg hinaus ist ungewohnt: Selbst eine Staatsanwältin muss nachfragen, als sie zuerst in einen falschen Flur abbiegt.
Amtsgerichtschef lobt seine Mitarbeiter
„Die ganze Mannschaft hier beim Amtsgericht hat toll zusammengearbeitet“, sagt Klaiber, nicht ohne Stolz in der Stimme. „Trotz aller Mühsal war es auch eine schöne Erfahrung.“ Man werde sich einleben.
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