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Bei den Trumps in Kallstadt: Warum der Ort so sehr mit seinem berühmtesten Sohn hadert

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05.07.2026

Das Haus ist von fast ergreifender Schlichtheit. Die weiße Fassade ist leicht angegraut, noch nicht einmal ein verschnörkelter Erker oder eine goldene Hausnummer sorgen dafür, dass das Auge hier hängen bleibt. Kleinbürgerlich ist es, im wahrsten Sinne des Wortes. Dabei hat das pfälzische Örtchen, in dem es steht, durchaus Hingucker zu bieten. Gebäude in bunten Farben, die vom Stolz der Winzer zeugen, historisches Fachwerk. Eigentlich, man kann es nicht anders sagen, sind fast alle anderen Häuser schöner als jenes, das immer wieder die neugierigen Blicke von Besuchern anzieht. Es ist der Kontrast, der es zu einem Faszinosum werden lässt.

Das „Trump-Haus“ in Kallstadt hat es zu unfreiwilliger Berühmtheit gebracht, seit im Weißen Haus ein Mann eingezogen ist, der die Welt mit seinem Hang zu Superlativen irritiert und fasziniert zugleich. Ausgerechnet hier, in diesem Haus, das so gar nichts gemein hat mit der Welt des Glamours, des Protzes, des Überflusses, in der sich Donald Trump bewegt, wurde der Großvater des amerikanischen Präsidenten geboren. Gegenwärtig rückt Kallstadt zurück ins öffentliche Interesse. Denn wenn die USA in diesen Tagen ihren 250. Geburtstag feiern, dann ist das auch der Geburtstag eines Einwanderungslandes, das Männer wie eben jenen Friedrich Trump angezogen hat – einen Mann, der es durch den raketenhaften Aufstieg seines Enkels posthum zu einiger Berühmtheit gebracht hat. Einen Mann, dessen Enkel Migranten am liebsten millionenfach deportieren lassen würde.

Trumps Vorfahre startet Karriere als Friseur in New York

Thomas Jaworek ist Bürgermeister von Kallstadt. Er gibt bereitwillig eine kurze Führung durch den Ort. „Ich verstehe gar nicht, warum man dieses Haus mit Trump verbindet“, sagt der CDU-Mann. „Seinen Großvater hat er nie kennengelernt.“ Doch Kallstadt, das ist eben der Ort, in dem der Name Trump nicht amerikanisch, sondern noch mit deutschem „u“ ausgesprochen wird. Von hier ist der Auswanderer aufgebrochen in die USA. Friedrich Trump wurde 1869 in eine Winzerfamilie geboren. Sein Vater Johannes starb acht Jahre später an einer Lungenkrankheit. Der ältere Bruder half im Weinberg aus, doch Friedrich war für die körperlich schwere Arbeit nicht gemacht. Er ging im Alter von 14 Jahren ins benachbarte Frankenthal, um bei einem Bader das Friseurhandwerk zu erlernen. Der Beruf bot allerdings keine sichere Perspektive in dem kleinen Ort.

1885 bestieg Friedrich Trump in Bremen die „Eider“, ein Schiff der Reederei Norddeutscher Lloyd Bremen, und setzte mit einem Zwischenstopp in Southampton in die USA über. Er kam am 19. Oktober im Hafen von New York an, wie Aufzeichnungen der Deutschen Auswanderer-Datenbank zeigen. Seine Schwester lebte dort bereits. Der 16-Jährige arbeitete zunächst als Friseur in New York, doch das genügte ihm nicht. Er strebte nach........

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