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„Ich halte unser Land für sehr verteidigungswert“

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17.07.2026

Herr Hofreiter, sie waren kürzlich in Kiew, es war ihr siebter Besuch in der Ukraine seit Kriegsausbruch. Wie würden Sie die Stimmung im Land beschreiben?

ANTON HOFREITER: Die Stimmung ist gespalten. Viele Menschen machen sich große Sorgen wegen der nicht ausreichend vorhandenen Flugabwehrraketen. Die Wahrscheinlichkeit, bei einem Angriff zu sterben, ist höher geworden. Auf der anderen Seite sind die Menschen aber auch so optimistisch, wie ich es lange nicht mehr erlebt habe.

HOFREITER: Der Ukraine gelingt es, Russland mit Treffern gegen die Energieinfrastruktur unter Druck zu setzen. Für die Versorgung der Front ist Diesel enorm wichtig. Gleichzeitig wird mit Angriffen auf die Krim und die Südfront die Logistik der russischen Armee beeinträchtigt.

Ist das eher ein Erfolg, der die Moral stärkt – oder ist es auch ein militärischer Erfolg für die Ukraine?

HOFREITER: Das bringt der Ukraine sehr viel. Russland erlebt zum ersten Mal in diesem Krieg einen massiven Mangel auch an Benzin. Aber vor allem an der Front ist der Unterschied spürbar. Das hat unter anderem mit Mittelstrecken-Drohnen zu tun, die inzwischen über künstliche Intelligenz gesteuert werden. Die kann Russland aktuell nur sehr schwer abwehren. Das kann sich jederzeit ändern, aber im Moment ist die Ukraine Russland technologisch weit überlegen. Allerdings heißt das auch: Vieles entwickelt sich in Richtung autonomer Krieg. Die Ukraine will aus nachvollziehbaren Gründen so wenig Soldaten wie möglich an der Front einsetzen. Aber es wirft sehr viele Fragen auf, wenn am Ende autonome Maschinen Menschen töten.

Wie lautet Ihre Antwort darauf? Es verändert schließlich einen Krieg, wenn das Töten abstrakter wird.

HOFREITER: Ich habe noch keine abschließende Antwort darauf. Es macht für mich einen Unterschied, ob ein Mensch über Leben und Tod entscheidet oder ob das eine KI übernimmt. Das macht mir ganz, ganz große Sorgen. Die Gefahren sind gigantisch und die Entwicklung schreitet rasend schnell voran. Wir müssten versuchen, bereits jetzt weltweite Rüstungskontrollabkommen dafür........

© Südkurier