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Schrecklicher Sommer, super Sommer: Freude und Leid lagen selten so nah beisammen

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31.08.2026

Dass dieser Sommer anders werden würde als alles, was er bisher kannte in seinem Leben, spürte Reinhard Herb schon im Frühjahr. Der Winter war zu trocken gewesen, der April ungewöhnlich warm, Regen fiel kaum. Und überhaupt beschlich den Landwirt ein ungutes Gefühl, wenn er an die kommende Erntesaison dachte. Aber was war ein Gefühl schon für ein Beweis?

Dutzende Sommer hat Herb in seinem Leben kommen und gehen sehen. Als Landwirt ist er wie kaum ein anderer Selbstständiger abhängig von Wetter und Klima. Der 73-Jährige weiß, mit den Launen der Natur umzugehen, sich und seinen Hof immer wieder anzupassen. Doch in diesem Jahr fühlte er sich machtlos. „Noch nie war ein Sommer so extrem“, sagt er und parkt das Auto neben einem Maisfeld. „So heiß, so brutal heiß“, ergänzt er, schüttelt den Kopf und steigt aus.

Ein Sommer der Extreme und der traurigen Rekorde

Der August ist zu Ende. Mit dem 1. September beginnt meteorologisch der Herbst. Zeit für ein Stimmungsbild. Was war das für ein Sommer? Die zurückliegenden Monate: eine außergewöhnliche, extreme Zeit. Eine Zeit, in der die Erderwärmung für jeden greifbar wurde. Hitze, Trockenheit und Dürre erlangten neue, ungekannte Dimensionen. Etwas kippte in diesem Sommer, in dem die Liebe der Deutschen zu strahlender Sonne und langen Nächten auf die Probe gestellt wurde.

Zunächst lässt sich der Sommer 2026 in Zahlen beschreiben: Das Robert-Koch-Institut rechnet der Hitze knapp 16.000 Tote zu. Der Deutsche Wetterdienst meldete fortlaufend neue Rekorde: Am 27. Juni wurde in Drewitz in Sachsen-Anhalt ein Temperaturwert von 41,8 Grad Celsius gemessen. Die Pegelstände im Rhein und in anderen großen Flüssen erreichten historische Tiefstwerte. Aus Frankreich, Spanien und Griechenland kamen teils apokalyptische Bilder, das Feuer brannte hier ganze Wälder weg. Laut dem Waldbrand-Informationssystem der Europäischen Kommission sind in diesem Jahr in Europa mehr als 630.000 Hektar Land verbrannt.

Während die einen angesichts dieser traurigen Rekorde von extremen Zeiten sprechen, schwärmen die anderen von der Zeit ihres Lebens. Sommer ist eben auch eine Frage des Blickwinkels, der eigenen Betroffenheit. Positive Gefühle verdrängen die Zahlen: die Tage lang, die Nächte lau. Und das Freibad wurde zum zweiten Zuhause. Auch das war der Sommer 2026.

Es ist nicht nur ein Gefühl, das dieser Sommer in uns hinterlässt

Selten, sagt die Psychologin Janna Hoppmann, lagen Freude und Leid wettertechnisch wohl so nah beisammen. Mit ihrer Organisation ClimateMind untersucht die 31-Jährige, wie sich Menschen in der Klimakrise verhalten. Die Erkenntnisse bringt........

© Südkurier