Ein Wal spaltet ein ganzes Land: Von Morddrohungen, Aktivisten, Schamanen und Hoffnung
Sabine aktualisiert den Live-Ticker auf ihrem Smartphone. Mit ihren zwei Begleitern sitzt sie im Bus von der Hansestadt Wismar in Richtung Insel Poel. Die Gruppe ist extra aus Hessen angereist, um ihn zu sehen. „Timmy, wir kommen“, ruft sie, als das Meer in Sichtweite ist. Mal nennt sie den Buckelwal „Timmy“, mal „Hope“. Völlig egal – für Sabine ist er eine Attraktion. Eine, die es zu retten gilt. Sie gehört zu all jenen, die sich seit Wochen einem Kampf verschrieben haben. Dem Kampf für das Leben, wie sie sagt.
Denn „Hope“ will leben. Dass er nun schon seit 20 Tagen mehr oder weniger regungslos in der Bucht vor Kirchdorf liegt, dass sich seine Gesundheit aufgrund des geringen Salzgehalts in der Ostsee laut Experten täglich verschlechtert, all das weiß die Frau aus Hessen. Die Hoffnung aufzugeben, kommt für sie trotzdem nicht infrage.
Seit 20 Tagen vor Poel: Der Buckelwal steckt in der Sackgasse
Neugierig sind sie hier alle an der Ostsee – an diesem Montag, der doch so hoffnungsvoll begann. In den frühen Morgenstunden die frohe Botschaft: Der Buckelwal, der seit sechs Wochen ein ganzes Land beschäftigt, hat sich aus eigener Kraft freigeschwommen. Nachdem der Rettungsversuch einer privat........
