Er bringt sie beinahe um, sie schreibt ihm einen Brief: Warum Bouchra noch eine Antwort wollte
Sie braucht mehrere Tage für diesen Brief. Immer wieder legt Bouchra ihn weg. Dann setzt sie neu an, streicht ein Wort, einen Satz, manchmal fast alles. Es ist Mitte Oktober 2025. Der Jahrestag rückt näher: Am Abend des 28. Oktober 2024 versuchte ihr früherer Partner, sie zu töten. Er würgte sie, schlug ihren Kopf auf den Boden, ehe er einen vier Kilo schweren Keramik-Übertopf und eine Kunst-Skulptur nahm, um weiter auf sie einzuschlagen. So lange, bis sie an ihrem Schädel zu Bruch gingen. Danach machte er mit den Bruchstücken weiter. Ein Jahr ist seither vergangen. Und Bouchra sitzt am Esstisch in ihrer Wohnung in Überlingen. Von hier aus sind es nur wenige Schritte bis zum Tatort. Sie ist geblieben. Das war eine Entscheidung. Genauso wie ihm jetzt einen Brief ins Gefängnis zu schicken.
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