Er verliert plötzlich seine Frau, fällt ins Nichts – und findet dann neuen Halt
„Ich war abgekoppelt vom Leben, befand mich wie in einem dauerhaften freien Fall.“ So beschreibt Reiner Elsasser die Zeit nach dem Tod seiner Frau. Für Trauer gibt es keine Gebrauchsanweisung – aber Hilfe.
Reiner Elsasser hat im vergangenen Jahr seine Frau verloren – und den Bezug zu sich selbst. „Von der Notaufnahme bis zu ihrem Tod hatten wir noch zehn Wochen und einen Tag gemeinsame Zeit“, berichtet der 60‑Jährige. Reiner Elsassers Frau, selbst Ärztin, litt an einer seltenen Form von Lymphdrüsenkrebs. Er blieb bei ihr im Krankenhaus, begleitete sie bis zum Schluss. Dann die Beerdigung, als er nicht mehr er selbst war, nur noch irgendwie funktionierte und dann in ein tiefes Loch fiel. „Tagsüber lag ich auf dem Sofa und starrte die Decke an, nachts habe ich nicht länger als zwei Stunden geschlafen“, erinnert er sich an die Zeit der tiefen Depression. Besonders seine ältere Tochter und zwei gute Freunde, die ihn abwechselnd besuchten, waren für ihn da.
Er litt unter Angstzuständen, die er selbst als „dämonisch“ bezeichnet. Der Satz „Ich will meiner Frau folgen“ brachte ihn in die Psychiatrie auf die Reichenau. Seinen freiwilligen Aufenthalt dort beschreibt der Witwer als „eine interessante Erfahrung“. Wirklich geholfen hätten ihm........
