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Konstanzer Start-up will gesünderen Energydrink auf den Markt bringen

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12.03.2026

Eine Fruchtschorle mit Koffein? Ein Energydrink mal nicht in der Dose? Das junge Konstanzer Start-up Onest will genau das auf den Markt bringen. „Ein ehrliches Produkt, das zeigt, was drin ist“, sagt Mitgründer Fabian Schmidt (26), der seit zweieinhalb Jahren in Dettingen lebt. Deshalb der Name, abgeleitet vom englischen honest, ehrlich. Denn bei vielen Energydrinks verstehe man die Zutatenliste schon gar nicht mehr, die hauptsächlich industriell hergestellte Zusatzstoffe aufführt.

„Wir haben in unserem Getränk nur fünf Inhaltsstoffe“, ergänzt Robin Cremer (23), der Zweite im Bunde, der noch Sportwissenschaft an der Universität Konstanz studiert. Fruchtsaft, Koffein aus der Guarana-Pflanze, Zitronen- und Kohlensäure, Acerola-Kirsche, fertig. „Und während Energydrinks oft bis zu elf Gramm Zucker pro hundert Milliliter enthalten, liegen unsere Drinks bei 2,5 bis fünf Gramm natürlichem Fruchtzucker.“

„Misch das Koffein doch einfach in eine Schorle“

Schmidt, der schon im Alter von 19 sein erstes Unternehmen gründete, hat Kaffee noch nie gemocht. „Deshalb bin ich bei Energydrinks hängengeblieben.“ Er betreibe auch Tennis als Leistungssport, „und als ich in den USA in Boston studierte, habe ich mich dort in den Supermärkten nach Alternativen umgeschaut, wie ich gesünder zu meinem Koffein komme“. Aber nichts gefunden. Ein Mitstudent meinte, er solle Koffein doch einfach in eine Schorle mischen. „Die Idee habe ich dann in der Schublade mit nach Deutschland gebracht.“ Und bei einem Workshop zur Firmengründung an der Universität Konstanz wieder ausgepackt.

Robin Cremer war dort Teilnehmer. „Den Referenten wollte ich unbedingt kennenlernen.“ So stand er als Erster im Seminarraum und blieb als Letzter noch da, um mit Fabian Schmidt über diese Marktlücke zu diskutieren. Sie wurden Geschäftspartner, gründeten ihr Start-up. Schmidt fand Investoren, die bereit waren, das Projekt vorzufinanzieren. Also mussten Rezepturen entwickelt werden, zusammen mit einem professionellen Labor. „Ein langer Prozess“, berichtet er. Im April 2025 hatten sich nach vielen Testreihen und knapp eineinhalb Jahren Entwicklung vier Geschmacksrichtungen herauskristallisiert: Apfel, Birne-Ingwer, Holunder-Himbeere und Mango. Dazu wurde ein Design für die Etiketten entworfen.

Und so bereiten sie sich nun vor, mit „onest.“ – so die Eigenschreibweise des jungen Unternehmens – auf den Markt zu kommen. Online-Vorbestellungen sind seit Ende Februar möglich, und Ende April soll der offizielle Handel beginnen. Dann werden die ersten 16.000 Halbliter-PET-Flaschen in der Nähe von Frankfurt am Main abgefüllt, jeweils 2000 Liter pro Geschmacksrichtung. Der Inhalt in der durchsichtigen Plastikflasche „ehrlich“ sichtbar, die wenigen Inhaltsstoffe klar benannt, der halbe Liter für 2,99 Euro, so ist der Plan.

Podcast zum Gründerleben

Das Start-up ist im November 2025 in die Gebäude des Gründerzentrums Farm in der Bücklestraße 3 in Konstanz eingezogen. Dort haben die Gründer im Dezember auch angefangen, ihren Podcast „Hustle&Hirn“ aufzunehmen. Zwei Werkstudenten kamen im Januar 2026 dazu und unterstützen das Start-up dabei, marktfähig zu werden. Ende April dieses Jahres soll der Energydrink in vier Geschmackssorten in den Handel kommen.

Mit einer Supermarktkette stehe man in Verhandlungen, und wenn das klappt, könnten Kunden bei einer Aktionswoche im Sommer auch in Konstanz das neue Produkt probieren, so die beiden Gründer. „Aber wir gehen auch in jedes Unternehmen hier vor Ort und lassen die Belegschaft verkosten, wenn man uns einlädt.“ Und Klinkenputzen bei Hotels, Kneipen, Bars stehe ebenfalls an. Vielleicht nimmt ja jemand die Drinks ins Sortiment. Zielgruppe zwischen 18 und 35. „Aber auch bei einer 50-plus-Aktion kamen die Getränke gut an“, sagt Schmidt.

Probepakete an Leistungssportler

Zur Ehrlichkeit der beiden gehört auch, dass sie seit Anfang des Jahres in einem Podcast von ihren Erfahrungen erzählen, was gut klappt und wo es schwierig wird. „Wir wollen dokumentieren, was wir als Gründer erleben“, erklärt Robin Cremer. Davon könnten ja andere Start-ups vielleicht auch profitieren. Daneben verschicken sie gerade Probepakete an Leistungssportler. „Aus Sportarten wie Football, Handball, Skeleton – alles dabei!“

Das Getränk schmeckt wie eine Fruchtschorle, denn das koffeinhaltige Guarana ist geschmacksneutral, „entfaltet aber nach einer Stunde seine Wirkung und baut sich dann über circa sechs Stunden wieder ab“. Die beiden Gründer vermitteln einen zuversichtlichen Eindruck: Onest ist start(up)klar!

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Fabian Schmidt Icon Haken im Kreis gesetzt Icon Plus im Kreis


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