Einblick in eine Zürcher Luxuspsychiatrie: Patienten zahlen hier 130.000 Euro pro Woche
Zum Parken verweist Jan Gerber seinen normalsterblichen Besuch auf ein nahegelegenes Parkhaus. Seine sonstigen Gäste reisen nicht mit Privat-Pkw an, sagt er vorab am Telefon. Die kommen mit Privatjet, Bentley-Limousine und eigenem Chauffeur. Jan Gerber ist Gründer und Geschäftsführer einer der teuersten Psychiatrien weltweit. Wer bei ihm in Zürich seine Depression, Suchtprobleme oder Burnout-Erkrankung in den Griff kriegen will, lässt sich das einiges kosten. Das siebentägige Detox-Programm gibt es für umgerechnet 130.870 Euro, den stationären Aufenthalt für 103.600 Euro pro Woche.
Zu Gerbers Kunden gehören wohlhabende Unternehmer, Mitglieder internationaler Königsfamilien, Staatschefs und Hollywoodstars. Von Sarah Ferguson, Ex-Ehefrau des früheren britischen Prinzen Andrew, weiß man es, bei US-Rapper Kanye West munkelt man es. Wer sonst in dem unscheinbaren, direkt am Zürichsee gelegenen Gebäude der Paracelsus Recovery Klinik ein und aus geht, ist ein gut gehütetes Geheimnis. Die Adressen der Luxus-Apartments, in denen die Patienten nächtigen, sind auch nichts für die Öffentlichkeit, die Kennzeichenauskunft zu den Limousinen, die Patienten vom Flughafen abholen, ist beim Straßenverkehrsamt gesperrt. In Gesprächen werden nur Codenamen verwendet, in den elektronischen Patientenakten hat jeder am 1. Januar Geburtstag.
Die Kunden bevorzugen die Therapie in den „eigenen vier Wänden“, also in ihrer Klinikwohnung
Paparazzi hätten noch nie Probleme verursacht, sagt Gerber. Niemand plaudere aus, wer sich in der Klinik behandeln lässt – das Schweizer Arztgeheimnis gelte als eines der strengsten weltweit. Dass die Arbeitsverträge des Personals hohe Vertragsstrafen vorsehen, dürfte seinen Teil zur Verschwiegenheit beitragen.
Diskretion ist der Klinik wichtig, entsprechend ist die Atmosphäre in den Praxisräumen. In einem abgedunkelten Raum steht eine sogenannte Satori-Liege. Die soll durch tiefe Schallfrequenzen und Vibrationen zur ultimativen Entspannung führen. Im rund 200 Quadratmeter großen Penthouse-Apartment riecht es nach teurem Raumduft. Staub ist nirgends zu sehen – dafür hat man einen schönen Blick auf den Zürichsee. Das Therapiezimmer bleibt oft leer: Die Kunden........
