Und wenn Putin uns doch angreift?
Deutschlands oberster Soldat hat eine ruhige Stimme. Sein Tonfall ist unaufgeregt, ganz leicht hört man eine sauerländische Sprachfärbung. Doch das, was Carsten Breuer sagt, entfaltet eine umso größere Wucht. Am Wochenende saß er auf dem Podium des Katholikentages in Würzburg und richtete den Blick in Richtung Moskau. Er mahnt. Die deutsche Gesellschaft müsse zusammenstehen, Schulter an Schulter. Denn: „Die Bedrohung ist real.“ Wie real, das macht der Generalinspekteur der Bundeswehr an einer Zahl fest: 2029 sei das entscheidende Jahr, in dem Russland die Nato und damit Europa militärisch „testen“ könne. Das bedeute nicht, dass Russland in diesem Jahr einen Angriff auf den Westen starte. Aber man könne ablesen anhand der Analysen, dass Russland dann einen Krieg führen könnte. Als Soldat müsse er dieses Worst-Case-Szenario im Blick haben.
Neu ist es nicht, was Breuer in Würzburg sagt. Schon länger mahnt der 61-Jährige zu größerer sicherheitspolitischer Vorausschau, versucht, auch die Menschen im Land auf das einzustellen, was Ex-Kanzler Olaf Scholz einst als Zeitenwende betitelt hat. Und doch entfalten die Sätze des Vier-Sterne-Generals gerade eine neue Wucht. Der amerikanische Präsident Donald Trump will nicht nur 5000 Soldaten aus Deutschland abziehen, er bricht........
