Geistlicher Umzug: Der Papst hat in seiner neuen Wohnung ein Fitnessstudio
Der Papst wohnt wieder im Apostolischen Palast. Das wäre eigentlich nicht der Rede wert, denn seit dem 17. Jahrhundert lebt das Oberhaupt der katholischen Kirche in dem Vatikan-Palazzo rechts neben dem Petersplatz in Rom. Weil aber Papst Franziskus (2013-2025) die Tradition brach und das simplere Vatikan-Gästehaus Santa Marta als Zuhause vorzog, ist der Schritt, den Leo XIV. nun getan hat, bemerkenswert. Der Papst knüpft an die Tradition an. Das verursacht vor allem in konservativen Kirchenkreisen ein Aufatmen.
Große Ehre für Schlager-Star: Papst Leo XIV. gab ihm seinen Segen
Der Vatikan gab den Umzug am Samstag mit knappen Worten bekannt. Leo XIV. habe die Wohnung im Apostolischen Palast in Besitz genommen „und zog mit seinen engsten Mitarbeitern in die Räumlichkeiten, die bereits seinen Vorgängern zur Verfügung gestanden hatten“. In Erinnerung sind vor allem der dramatische Auszug Benedikt XVI. nach seinem Rücktritt 2013 aus dem appartamento im dritten Stock. Oder als Johannes Paul II. 2005 im Sterben lag und Hunderte nächtelang vom Petersplatz hinaufblickten zu den erleuchteten Fenstern. Die Römer werden künftig wieder wissen: Wenn abends Licht im dritten Stock leuchtet, ist der Papst zuhause.
Der Papst nutzt das Dachgeschoss als Privatwohnung
Oder doch nicht? Wie aus informierten Kreisen verlautet, bezieht der Papst zwar die sogenannte dritte Loggia, nutzt diese aber vor allem als Büro. Hier befinden sich eine Kapelle, die Privatbibliothek sowie das Arbeitszimmer, von dem sich der Papst jeden Sonntag den Gläubigen zum Angelusgebet zeigt. Leo XIV. wird allerdings das über der dritten Loggia liegende Dachgeschoss als Privatwohnung nutzen.
Hier wohnten auch früher Mitarbeiter des päpstlichen Haushalts. Es gibt Schlafzimmer, eine Kapelle, eine Küche. Mit Robert Francis Prevost werden hier auch die beiden Privatsekretäre seiner Heiligkeit einziehen. Das sind der peruanische Monsignore Edgar Rimaycuna sowie der italienische Prälat Don Marco Billeri. Demnächst soll auch eine Gruppe peruanischer Ordensschwestern zu der Wohngemeinschaft stoßen. Die Schwestern, die Prevost aus seiner Zeit als Bischof in der peruanischen Diözese Chiclayo kennt, sollen sich um den Haushalt des Papstes kümmern.
Der Umzug des Papstes ist im Vatikan seit der Wahl Leo XIV. vor zehn Monaten ein Thema. Bisher wohnte der Papst in seiner Wohnung, die er auch als Präfekt des Dikasteriums für die Bischöfe im Gebäude der Glaubenskongregation links vom Petersplatz bewohnte. Prevosts Wunsch, zurück in den Palazzo Apostolico zu ziehen, konnte lange nicht erfüllt werden. Durch den Leerstand waren Wasserleitungen und Elektronik in Mitleidenschaft gezogen worden, die Instandhaltung wurde versäumt, die aufwändige Renovierung verzögerte sich.
Leos Vorgänger Franziskus wollte im Vatikangästehaus Gesellschaft statt Isolation, er bestand auf Einfachheit statt Prunk. Der zwölf Jahre lange Leerstand der päpstlichen Wohnung machte die Sache aber komplizierter. Einen kleinen Luxus hat sich Leo XIV. in den als einfach beschriebenen und in Weiß gehaltenen Gemächern im Dachgeschoss erlaubt. Er ließ dort ein kleines Fitnessstudio einbauen. Der Papst (70) will offenbar in Form bleiben.
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