Wie alt sind wir wirklich? Konstanzer Forscher entwickeln Messmethode für biologisches Alter
Wir alle wissen, wie alt wir sind – zumindest juristisch betrachtet. Wir zählen die Lebensjahre von unserer Geburt an. Die Zahl, die sich daraus ergibt, nennt sich chronologisches Alter und ist für viele Lebensbereiche maßgeblich. Sie entscheidet, ob man Alkohol trinken, den Führerschein machen oder in Rente gehen kann.
Teilweise bestimmt das chronologische Alter auch über medizinische Leistungen, erzählt der Konstanzer Toxikologe Alexander Bürkle. Bei einigen Transplantationen spielen Altersgrenzen eine Rolle, und auch viele Vorsorgeuntersuchungen sind an bestimmte Lebensjahre gekoppelt.
Zum Problem werde das, wenn das tatsächliche Alter des Körpers nicht dem chronologischen Alter entspricht. Der Alterungsprozess verläuft von Mensch zu Mensch unterschiedlich, so Bürkle. Direkt erkennbar werde das an den Menschen, die bis zu 120 Jahre alt werden.
Tests an 3500 Personen in acht Ländern
Für den Wissenschaftler ist klar: Es muss einen Weg geben, um das tatsächliche Alter eines Körpers – das biologische Alter – zu bestimmen. Bisher war das nur über die Untersuchung von Telomeren, den Endstücken der Chromosomen, die unser Erbgut tragen, möglich. Doch das Verfahren ist aufwendig und nur in begrenztem Rahmen aussagekräftig.
Deshalb arbeitete seit 2008 ein internationales Forscherteam unter Konstanzer Leitung durch Maria Moreno-Villanueva und Alexander Bürkle an einer neuen Methode. Sie führten bei rund 3500 Personen in acht Ländern Tests für über 300 verschiedene Marker wie Hormone, Proteine oder Genregulation durch und versuchten zu ermitteln, welche Werte dieser Parameter für welche Altersgruppe typisch........
