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Nichts für schwache Nerven: Warum zum Alltag einer Grundschullehrerin mehr als Unterrichten gehört

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15.08.2026

Große blaue Rechtecke und Kreise sollen in vier gleich große Flächen geteilt werden. In der letzten Schulstunde knobeln die Viertklässler der Grundschule Wollmatingen bei 35 Grad Celsius im Klassenzimmer in Dreiergruppen, wie sie das am besten anstellen. Nach wenigen Minuten der Mess-, Zeichen-, Falt- und Schneidearbeit ist es vollbracht: Alle haben vier identische Stücke blaues Papier vor sich liegen. Als die Teile an die Tafel gepinnt sind, erklärt Lehrerin Gabriele Wiehler, was sie sich für die Stunde vorgenommen hat: Brüche. Was ist eine Hälfte und was ein Viertel?

Anders als von vielen erwartet macht für Wiehler diese Vermittlung von Mathe oder Deutsch nur einen Bruchteil ihrer Tätigkeit als Lehrerin aus. Vorbereiten, Nachbereiten und Korrigieren gehören fest dazu. Doch dabei bleibt es nicht. „Zum eigentlichen Geschäft der grundlegenden Wissensvermittlung kommt immer mehr dazu“, berichtet Wiehler. Sie erzählt von der „Erziehungspartnerschaft“ mit den Eltern. Es bestehe ein ständiger Austausch. Beide Seiten sind aufeinander angewiesen.

Eltern ziehen sich zunehmend aus Erziehung zurück

Wiehler nimmt allerdings wahr, dass sich die Eltern zunehmend aus der Erziehung des eigenen Kindes zurücknehmen. Sie erzählt von einer Fahrradprüfung vor ein paar Monaten. Ein Mädchen aus ihrer Klasse war noch nie Fahrrad gefahren. Mit den anderen Kindern konnte sie nicht mithalten, war abgehängt. Sie als Lehrerin könne das nicht auffangen. „Es wäre schön, wenn die Erziehungspartnerschaft auf Augenhöhe geschehen würde“, wünscht sie sich daher. Und das nicht nur im Bereich der Verkehrserziehung.

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