„Ein Hund in Klamotten ist grenzwertig“: Interview mit Hundeflüsterer Martin Rütter
Herr Rütter, 15 Prozent aller Deutschen leben mit Hund. Sie selbst gelten als Deutschlands Hundeflüsterer schlechthin, manche nennen Sie sogar Hundekanzler. An letzteren richtet sich die Frage: Welchen Beitrag können Hunde leisten, damit sich die Stimmung der Menschen im Lande wieder aufhellt?
MARTIN RÜTTER (LACHT): Das ist ein schöner Gedanke. Ich bin mir sicher, wenn wir Friedrich Merz gegen einen Hund aus dem Tierschutz ersetzen, würde sich die Lage im Land zumindest nicht verschlechtern. Aber im Ernst. Man muss ja ehrlich sagen, dass das Zusammenleben mit einem Hund schon eine sehr emotionale Geschichte ist. Jeder Hundemensch wird das bestätigen können. Wenn der Tag stressig war, und man sich dann den Hund schnappt und durch den Wald latscht und den Vögeln zuhört, dann macht das gute Laune. Ich habe viele Menschen kennengelernt, die, gerade wenn es ihnen nicht gut ging, Hunde als starken Halt wahrgenommen haben. Und insofern tragen sie in dieser Rolle vermutlich auch zur psychischen Stabilität des Einzelnen bei.
Hunde wirken Studien zufolge ja wirklich wie soziale Eisbrecher und steigern das psychische und physische Wohlbefinden enorm. Welchen Leuten würden Sie trotzdem abraten, sich einen besten Freund zuzulegen?
RÜTTER: Da gibt es im Grunde nur ein Kriterium: Die, die nicht genug Zeit haben. Denn das Einzige, was ein Hund braucht, ist viel Zeit mit den Menschen. Denn der Hund ist ein sehr soziales, gruppenorientiertes Wesen, dem es nicht gut geht, wenn man........
