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Eigenes Kino und elf Dachterrassen: So sieht die neue Deutschland-Zentrale von Amazon in München aus

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16.04.2026

Rocco Bräuniger hat vor 20 Jahren bei Amazon in München angefangen. „In unserem alten Büro in der Moosacher Straße bauten wir die Schreibtische noch selbst auf, Bilder und Pflanzen nahmen wir von zu Hause aus mit und wir verkauften hauptsächlich DVDs, VHS-Kassetten und Bücher“, erzählt er am Donnerstag bei der Schlüsselübergabe der neuen Deutschland-Zentrale des US-Onlineriesen in der Schwabinger Parkstadt.

Heute ist Bräuniger bei Amazon Chef der Region Deutschland, Österreich und in der neuen Zentrale muss niemand mehr selbst Hand anlegen, der Wandschmuck wird gestellt und auch die Videokassette ist aus den Bestsellerlisten verschwunden. In den vergangenen fünf Jahren entstand im Münchnener Norden ein Gebäude mit 45.000 Quadratmetern Bürofläche für insgesamt 2500 Mitarbeitende. Unter anderem sind dort die Teams von Alexa, Prime Video und Amazon Music angesiedelt. In dem komplett verglasten Neubau finden aber auch ein firmeneigenes Kino Platz, elf begrünte Dachterrassen mit Grillmöglichkeiten, ein Atrium für 600 Menschen und speziell hundefreundliche Besprechungsräume.

Der neue Amazon-Hauptsitz in München: transparent und hochmodern

Bayernweit hat Amazon inzwischen über 6000 Angestellte, die bestmöglich koordiniert werden wollen. Für Bräuniger ist der Standort in der Landeshauptstadt dafür richtungsweisend. Hier sind alle Bereiche unter einem Dach und die verschiedenen Logistikzentren im Freistaat können zentral gesteuert werden.

Eines der größten ist in Graben im Landkreis Augsburg beheimatet. Knapp 2000 Beschäftigte arbeiten dort. Bräuniger sieht durch die Bündelung am neuen Hauptsitz zukünftig Vorteile für den schwäbischen Standort: „Es wird einen besseren Austausch geben und wir können schneller und zielgerichteter festlegen, welche Produkte von Graben aus geliefert werden.“

Um einen guten Austausch zwischen Stadt und Land müssen sich in Zukunft auch Münchens designierter Oberbürgermeister, Dominik Krause, und Ministerpräsident Markus Söder bemühen. Bei dem Eröffnungstermin trafen die beiden erstmals aufeinander, seitdem sich der grüne Senkrechtstarter bei der Stichwahl gegen Dieter Reiter durchgesetzt hat. Es blieb freundlich-sachlich, alles andere wäre aber bei so einem Termin auch eine Überraschung gewesen.

Ministerpräsident Söder und designierter München-OB Krause erstmals auf derselben Bühne

Söder stellte gleich mal klar, dass München mittlerweile die Tech-Hauptstadt Deutschlands sei und Berlin als Nummer 1 schon lange abgelöst habe. Die Investitionen Amazons seien daher ein „Mega-Signal“ für die Zukunft des Wirtschaftsstandorts Bayern. Ganze 20 Milliarden investierte der Online-Riese seit 2010 im Freistaat. Söder ging gar so weit, dass er Amazon nicht mehr nur als amerikanisches, sondern auch als bayerisches Unternehmen sehe, da hier so erfolgreich gearbeitet werde.

Der baldige OB Krause ordnete das neue Gebäude als Bekenntnis zur Stadt München ein und lobte zudem den Nachhaltigkeitsgedanken bei Amazon: „Wir sind hier auch Paket-Hauptstadt, circa 93 Pakete im Schnitt kommen pro Haushalt im Jahr in München an und das ist Rekord in ganz Deutschland.“ Deshalb freue es ihn, dass Amazon inzwischen mit elektrisch betriebenen Lastenrädern die Lieferungen zustellt, den Mitarbeitenden am Standort ein Deutschlandticket zur Verfügung stellt und eine großzügige Fahrradinfrastruktur installiert hat. 800 Fahrradparkplätze, eine Fahrradreparaturstation und E-Bike-Ladestationen sollen die Beschäftigten eine klimafreundliche Anreise zum Arbeitsplatz ermöglichen.

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