Wie viel Politik steckt in einer Landschaft? Kunststiftung Hohenkarpfen blickt hinter die Kulisse
Die Natur, heißt es bei Max Frisch, kennt keine Katastrophen. Sie ist auch nicht schön oder idyllisch. Alle diese Zuschreibungen und Bewertungen sind allein Ausdruck eines menschlichen Empfindens, und genau das macht die Landschaftsmalerei erst interessant. Denn es ist ja gar nicht das satte Grün der Wälder oder das Rosarot des Abendhimmels, das einen Betrachter verzückt. Sondern der Künstler, der die Natur auf eine solche Weise empfindet, erdenkt, interpretiert. Nur deshalb kann die Kunststiftung Hohenkarpfen bei ihrem Publikum regelmäßig mit Bildern aus ihrer Sammlung punkten. Fürs bloße Naturerleben genügte auch der Blick aus dem Fenster über die Schwäbische Alb.
Wie aber empfindet ein Künstler die ihn umgebende Natur? Im Rückblick lässt sich das oft kaum mehr ermessen: So manches, was uns heute idyllisch vorkommt, zeigt Kräfte, die früheren Betrachtern noch als alltägliche Bedrohung erschienen sind. Und oft genug steckte in vermeintlich unschuldigen Motiven wie Bäumen oder Bergen ein politisches Interesse. An dieser Diskrepanz der Landschaftswahrnehmung zwischen Künstler und Publikum setzt nun die aktuelle Ausstellung an.
Den Ausgangspunkt bildet dabei die geballte Wucht romantisierender........
