Betreuung in Eggingen: Ab 2029/2030 sollen Kinder im Grundschulalter ganztägige Betreuung erhalten
Ein Bauvorhaben an der Mettinger Straße 17 hat bei Bürgermeister Karlheinz Gantert in der Gemeinderatssitzung wenig Begeisterung hervorgerufen. Denn es handelt sich um einen speziellen Fall. Zuvor hatte Gantert erklärt, dass der Kindergarten Regenbogen seit langem Mitarbeiter sucht. Eine Mitarbeiterin ist jetzt mit einem Pensum von 50 Prozent eingestellt worden.
Ein Schuppen mit 177 Quadratmetern
Da der Bereich der Mettinger Straße im nicht überplanten Innenbereich stattfinden soll, muss das Bauvorhaben nach Art und Nutzung beurteilt werden. Der Eigentümer des Geländes hatte einen Schuppen als Nebenanlage beantragt. Dies hat das Landratsamt als zuständige Baubehörde im ersten Zuge genehmigt. Jedoch ist die Planung mit einem 25 mal sieben Meter großen „Schuppen“ und einer Fläche von 177 Quadratmetern sehr groß. Eigentlich darf die Nebenanlage die Hauptanlage nicht räumlich oder funktional übersteigen.
Vorheriger Eigentümer war abgeblitzt
Der vorhergehende Eigentümer des Grundstückes war einst beim Antrag auf den Bau eines Tiny Houses, also eines kleinen Wohngebäudes, gescheitert, und jetzt wünscht sich der aktuelle Besitzer einen Schuppen dieser Größe. Das passt für den Bürgermeister so nicht zusammen. Auch der Grenzabstand wäre ein Problem, und die Eigentümer der Nachbargrundstücke müssten ebenso zustimmen. Hier gab es Diskussionsbedarf.
Lange Diskussion über Bauvorhaben
Annähernd eine Stunde lang hat der Gemeinderat über das Projekt beratschlagt. Erst, als der Eigentümer des Grundstücks versicherte, dass es keine Werkstatt und somit vermehrten Lärm in dem Schuppen geben solle, haben die Ratsmitglieder das Bauvorhaben mit sieben Ja-Stimmen, zwei Enthaltungen und einer Gegenstimme befürwortet.
Gemeinderat akzeptiert Spenden
Ein weiterer Punkt auf der Tagesordnung war die Annahme von Spenden und ähnlichen Zuwendungen. In diesem Falle ging es um das Vereinsvermögen der aufgelösten Arbeitsgemeinschaft Natur und Umweltschutz. Der Verein hatte die Auflage, das Vermögen des Vereines zur Baumpflanzung zu verwenden. Der Gemeinderat beschloss die Annahme einstimmig.
Rücklagen für den Betrieb Wasserversorgung
Renate Baumgartner vom allgemeinen Rechnungsamt der Gemeinde erklärt eine besondere Lage: Der Betrieb Wasserversorgung ist im Gemeindehaushalt mitgeplant und hat keine eigene Kasse. Das bedeutet, das Jahresergebnis fließt in das Gemeindevermögen. Bislang konnte man für Regiebetriebe keine Rücklagen aus den erwirtschafteten Gewinnen bilden. Nun ist das möglich. Der Gemeinderat beschloss einstimmig, die Kapitalerträge des Betreibs Wasserversorgung als Rücklage zu verwenden.
Ganztagsschule oder Ganztagsbetreuung?
Ab dem Schuljahr 2026/2027 wird schrittweise ein Rechtsanspruch auf ganztägige Förderung für Kinder im Grundschulalter eingeführt. Zuerst für die erste Klasse, ab 2029/2030 sollen alle Grundschüler diese Möglichkeit haben. Hier hat die Gemeinde Eggingen schon im Vorfeld eine Umfrage durchgeführt, was der eigentliche Bedarf wäre. 107 Fragebögen wurden ausgeteilt und es gab einen großen Rücklauf. Die Ganztagsbetreuung erhielt hier klar mehr Zuspruch als die Ganzttagsschule.
Bis 15 Uhr in der Obhut
Auch bei der Uhrzeit, bis wann die Betreuung stattfinden solle, war sich ein Großteil der Eltern einig und wählte eine Betreuung bis 15 Uhr aus. Dies würde mit den gesetzlichen Vorgaben übereinstimmen. Ebenso wie die Anzahl der Tage, an denen Ganztagesbetreuung stattfinden soll. Hier sprachen sich die Eltern für drei Tage in der Woche aus. Stand heute wären es 24 Erstklässler, die diese ganztägige Betreuung in Anspruch nehmen könnten oder würden.
Manche Eltern wollen gar keine Betreuung fürs Kind
Gar keine Betreuung haben 13 Eltern angegeben. 14 Eltern haben VÖ-Betreuung, also kurz vor und kurz nach dem Unterricht, angegeben.
Allerdings ist Programm für die Ferien erwünscht
Die Fragebögen enthielten auch Fragen zur Ferienbetreuung. Hier haben 63 Eltern angegeben, dass eine Betreuung in den Sommerferien erwünscht wird, gefolgt von 46 Eltern für die Osterferien und 39 für die Herbstferien. Die Gemeinde Eggingen ist gerade im Gespräch, um eine Kooperation mit der Auwiesenschule der Gemeinde Wutöschingen zu vereinbaren.
Keine Schulpflicht am Nachmittag
Bei der Umfrage wurde ebenso deutlich, dass die Eltern keine verbindliche Grundschule mit Schulpflicht auch am Nachmittag wünschen.
Mittagessen für alle Grundschüler - aber wo?
Bei der nunmehr geplanten Ganztagesbetreuung sollen aber alle Grundschulkinder, also nicht nur die der ersten Klasse, Mittagessen bekommen. Aktuell ist nur die Frage, wo dies stattfinden soll. Im Gespräch waren der alte Schlecker-Markt, aber auch der Pfarrsaal, wobei es hier erhebliche Einwände von Vereinen geben könnte, die diesen Saal ebenso nutzen. Zudem würde hier Personal benötigt, das permanent den Saal vorbereitet und wieder aufräumt. Die Umsetzung ist noch offen.
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