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Nach dem verheerenden Brand: So geht es mit der Schreinerei Rombach weiter

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09.04.2026

Die Polizei holte ihn zu nachtschlafender Zeit aus dem Bett, und es war ein bitterböses Erwachen für den 63-jährigen Christian Karl Rombach. Seine Schreinerei in Schonach, die er in der dritten Generation als Handwerker führt, wurde gerade ein Raub der Flammen. Eine Hiobsbotschaft für den Firmeninhaber, der nicht nur im Ort Schonach einen exzellenten Ruf genießt.

„Es war ein so guter Betrieb“, erzählt eine Anwohnerin mit trauriger Stimme später im Gespräch mit der Redaktion. Und: „Ich habe mir gerade erst Fenster und Türen von ihm einbauen lassen“, sagt sie. „So eine akkurate Arbeit und so ein netter, korrekter Mensch“, kommentiert sie über den Seniorchef Christian Rombach.  So wie ihr geht es vielen in Schonach und der Raumschaft Triberg. Denn die Nachricht von dem Brand in der 1957 gegründeten Schreinerei sprach sich wie ein Lauffeuer in der gesamten Raumschaft herum.

Erschöpfung nach zehn Stunden Kampf gegen die Flammen

Wohl auch, weil rund 100 Feuerwehrleute, das DRK, die Polizei, samt Bürgermeister Jörg Frey und der Kreisbrandmeister Florian Vetter vor Ort waren. Noch zehn Stunden nach der ersten Alarmierung standen einige der Wehrleute in luftiger Höhe auf der Drehleiter und koordinierten mithilfe der Drohnenstaffel aus Gremmelsbach den Angriff auf die immer noch rauchenden Glutnester. „Nein, mehr rechts, ja so ist es gut. Jetzt halt da mal eine Weile voll drauf“, ertönte es über den Funk in Richtung Einsatzleiter.

Zuvor musste der Strom auf den Hochspannungsleitungen abgeschaltet werden, dazu waren Vertreter des Energieanbieters vor Ort. So manchem Schonacher, Schönwalder, Triberger, Nußbacher und Gremmelsbacher Kameraden stand nach so vielen Stunden harten Einsatzes am späten Vormittag die Erschöpfung ins Gesicht geschrieben. Die Schreinerei hatten sie nicht mehr retten können, aber wenigstens die Nachbarhäuser und den Wald. Das Wasser hatten sie dank ihrer guten Ausrüstung gleich aus der Schonach geholt. Mit Rohrleitungen, die an mehreren Stellen des Flüsschens verlegt wurden.

Froh, dass niemand verletzt wurde

 Es sei wenigstens, so der Einsatzleiter Matthias Fehrenbach, kein Personenschaden zu beklagen, es hätte nicht einmal Rauchvergiftungen gegeben, kommentiert er etwas erleichtert. Und die Wehren der Stadt Triberg samt seiner Teilorte und der Gemeinden Schonach und Schönwald hätten Hand in Hand und sehr routiniert zusammengearbeitet, freut sich Fehrenbach. „Da zahlt sich aus, dass wir so oft miteinander geübt haben“, sagt auch der Schonacher Kommandant Georg Schilli.

An Rente will Christian Rombach mit 63 Jahren noch nicht denken

Und Christian Rombach? „Ein Handwerker wie ich, der sein Leben lang so hart gearbeitet hat, der kann doch nicht mit 63 in Rente gehen“, sagt er. Drei Kinder hat der Familienvater, keines davon würde den Betrieb weiterführen wollen. „Obwohl, die Aussichten waren rosig“, kommentiert er die Wirtschaftslage vor dem Brand. Jetzt spricht er von mindestens vier Millionen Euro Schaden. Das würde es wohl kosten, den Betrieb genau so wieder hinzustellen. „Aber“, so sagt er, es sei noch zu früh, um Genaues zu sagen. Man müsse auch abwarten, was die Versicherung meint.

Polizei hat bereits Zeugen und Anwohner vernommen

Die im Konstanzer Polizeipräsidium zuständige Pressesprecherin Katrin Rosenthal redet in ihrer jüngsten Stellungnahme ebenfalls über einen Schaden von mehreren Millionen. Polizeibeamte vernahmen vor Ort in Schonach noch Zeugen und Anwohner. Es waren wohl die, die den Brand gemeldet hatten. „Das ist gängige Routine“, sagt Rosenthal. Die Ermittlungen zur Brandursache, so schätzt sie, werden wohl Wochen dauern. 

Lob für die Arbeit der Feuerwehrleute

Was Christian Rombach noch sehr wichtig ist, das sind seine acht Mitarbeiter. „Denen werde ich den Lohn erstmal weiter bezahlen, das gehört sich so“, sagt er. Kein Zweifel, da spricht ein gestandener, schaffiger Schwarzwälder der alten Schule. Und dann zollt Christian Rombach seinen Respekt. „Phänomenal, was die leisten“, sagt er über die vielen Wehrleute vor Ort. „Hut ab!“ 

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