Mücken können Gefahr riechen: So wird man die lästigen Insekten schnell los
Wenn die Tage länger werden und die Temperaturen steigen, erwacht auch die Insektenwelt aus ihrer Winterruhe. Eine Art sorgt dabei jedes Jahr aufs Neue für Frust: die Stechmücke. Ihr sirrendes Summen raubt vielen den Schlaf und ihre Stiche hinterlassen juckende, teils schmerzhafte Quaddeln. Doch die kleinen Plagegeister sind nicht nur lästig, sie können unter Umständen auch gefährlich sein. Denn einige Arten sind Überträger bestimmter Krankheitserreger – wie etwa die Asiatische Tigermücke, die sich in den vergangenen Jahren auch in Deutschland ausgebreitet hat. Umso wichtiger ist es, sich wirksam vor Stichen zu schützen.
Im Internet kursieren zahlreiche Tipps und Tricks, die gegen die lästigen Blutsauger helfen sollen. Ein internationales Forschungsteam hat jedoch eine Entdeckung gemacht, die sich entscheidend auf die Mückenabwehr auswirken könnte. Worum es dabei genau geht und wie sich die Stechmücken künftig womöglich deutlich effektiver vertreiben lassen könnten, lesen Sie hier.
Neues Abwehrmittel gegen Mücken entdeckt? Dieser Duftstoff soll helfen
Laut einer Pressemitteilung der Baylor University scheint ein internationales Forschungsteam, unter der Leitung der Universität in Texas, der Abwehr von Mücken einen bedeutenden Schritt nähergekommen zu sein. Demnach zeigen die Forschungsergebnisse, dass ein natürlicher Pflanzenstoff einen eingebauten „Ausweichschalter“ im Gehirn der Mücken umlegt. Das geht aus einer Studie hervor, die in der Fachzeitschrift Nature Communications veröffentlicht wurde. Die Erkenntnisse könnten nun dazu beitragen, eine neue Art von Insektenschutzmitteln zu entwickeln, die die menschliche Gesundheit besser schützen sollen.
Schon seit Jahrhunderten werden pflanzliche Abwehrmittel genutzt, um Mücken zu vertreiben, heißt es in der Studie. Bislang wussten Wissenschaftler allerdings nicht, wie genau sich die Stoffe auf das Gehirn der Insekten auswirken. Dem Team rund um Dr. Jason Pitts, außerordentlicher Professor für Biologie an der Baylor University und korrespondierender Autor der Studie, ist es jedoch gelungen, einen wichtigen Mechanismus zu entschlüsseln. Im Zentrum der Entdeckung steht dabei der Pflanzstoff Borneol. Dabei handelt es sich um eine natürlich vorkommende organische Verbindung, die in verschiedenen aromatischen Pflanzen vorkommt, darunter etwa Kampferbäume, Rosmarin und andere Kräuter.
Mücken riechen Gefahr: Wie funktioniert die natürliche Abwehr?
Das Forschungsteam fand heraus, dass die Gelbfiebermücke, eine der weltweit am weitesten verbreiteten Mückenarten, über ein eingebautes Warnsystem für Borneol verfügt. Verantwortlich dafür ist ein einzelner Geruchsrezeptor namens OR49, der hochsensibel auf den Pflanzenstoff reagiert und dazu dient, ihn zu erkennen und zu meiden. Sobald das Insekt auf die Verbindung trifft, aktiviert der Rezeptor demnach eine bestimmte Nervenzelle, die der Geruchswahrnehmung und Ortung menschlicher Wirte dient. Laut Pitts wird dieses Signal daraufhin an einen bestimmten Bereich im Gehirn der Mücke weitergeleitet und löst dort ein Vermeidungsverhalten aus.
Um die Bedeutung des Rezeptors zu untersuchen, haben die Wissenschaftler OR49 genetisch deaktiviert, woraufhin das Abwehrsignal der untersuchten Mücken praktisch vollständig verschwunden sei. Demnach haben die Neuronen der Insekten danach nicht mehr auf Borneol reagiert und den Pflanzenstoff bei der Suche nach Menschen weitaus seltener gemieden. Dadurch wurde deutlich, welche zentrale Rolle der Geruchsrezeptor spielt.
Studie zur Abwehr von Mücken: Was bedeutet das für die Zukunft?
Durch die Identifizierung des genauen Rezeptors sowie des Nervenwegs, die das Vermeidungsverhalten der Mücke verursachen, verfügen Wissenschaftler laut der Studie nun über ein präziseres Ziel für die Entwicklung künftiger Abwehrmittel. Darüber hinaus bestehe die Hoffnung, noch weitere Geruchsstoffe zu identifizieren, die denselben Rezeptor aktivieren und für die menschliche Nase angenehmer sind als bisherige Insektenschutzmittel.
Wie Pitts weiter erklärte, könnte das Verständnis dafür, wie Mücken „Gefahr wittern“, zu effektiveren Methoden führen, um Menschen vor Krankheiten zu schützen: „Die aus diesen Studien gewonnenen Erkenntnisse werden in ähnliche Untersuchungen zu Malaria übertragenden Mücken sowie zu anderen stechenden Insekten einfließen, die weltweit weiterhin negative Auswirkungen auf das Wohlergehen der Menschen haben.“ Noch immer würden durch Mücken übertragene Krankheiten wie unter anderem Dengue-Fieber, Malaria und Zika weltweit Millionen von Menschen bedrohen.
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