Deutschlandticket für Bürgergeld-Empfänger 2026: Hier gibt es Ermäßigungen
Nach langen Verhandlungen ist das Deutschlandticket, der Nachfolger des 9-Euro-Tickets aus 2022, am 1. Mai 2023 gestartet. Während das Deutschlandticket für viele Reisende und Pendler ein finanzielles Ersparnis mit sich bringt, fragen sich gerade ökonomisch schwache Menschen, wie sie die 49 Euro monatlich für das Ticket stemmen sollen. Auch 2025 gab es das Deutschlandticket – wenn auch neun Euro teurer. Seit dem 1. Januar 2026 kostet das Deutschlandticket laut Angaben der Deutschen Bahn 63 Euro.
Während die Bundesländer Ermäßigungen für Schüler und Studenten herausgearbeitet haben, wüssten auch viele Bürgergeld-Empfänger gern, ob sie das Deutschlandticket vergünstigt erhalten können. Wir haben in diesem Artikel die wichtigsten Informationen für Sie zusammengetragen.
Bürgergeld: Deutschlandticket für Bürgergeld-Empfänger günstiger?
Vorab: Einen bundesweiten Rabatt für Bürgergeld-Empfänger, die das Deutschlandticket kaufen möchten, gibt es nicht. Und tatsächlich überstieg der Preis für das 49-Euro-Ticket die im Bürgergeld-Regelbedarf vorgesehenen Kosten für die Nutzung von Bus und Bahn bei Einführung im Jahr 2023 noch. Damals lag er bei dem Regelsatz für Alleinstehende und Alleinerziehende bei 45,02 Euro. Zum 1. Januar 2024 ist das Bürgergeld um etwa zwölf Prozent erhöht worden, 2025 und 2026 folgten Nullrunden. Aktuell liegt der Regelsatz bei 563 Euro und auf die Nutzung von Bus und Bahn entfallen 50,49 Euro. Das Deutschlandticket kostet 2026 monatlich 63 Euro. Es gibt auch eine Mehrbedarf-Regelungen beim Bürgergeld.
Nach der Einführung des Tickets hatten einige Bundesländer den Umstand erkannt, dass Bezieher mitunter Geld für das Ticket fehlen könnte. Daraufhin wurde ein Sozialtarif beziehungsweise ein Sozialticket eingeführt, mit dem Bürgergeld-Empfänger entweder das Deutschlandticket erwerben können, oder per Sozialticket zumindest in ihrer Stadt umsonst fahren. Die Präsidentin des Sozialverbands VdK, Verena Bentele, fordert bereits im Herbst 2024 im ZDF, es bedürfe eines Sozialtarifs von 29 Euro, denn: „Viele Menschen, die Grundrente oder Bürgergeld beziehen, werden sich das Deutschlandticket für 58 Euro nicht leisten können.“
Im Folgenden haben wir einige Länder aufgelistet, die beim Deutschlandticket eine Sonderregelung für Bürgergeld-Empfänger anbieten.
Deutschlandticket günstiger oder Alternative – diese Möglichkeiten haben Bürgergeld-Empfänger
Ein echter Rabatt auf das Deutschlandticket ist bei den Bundesländern eher selten. Dennoch gibt es auch 2026 gewisse Vergünstigungen.
In Hessen beispielsweise hat sich das Flatrate-Ticket „Hessenpass mobil“ bewährt. Mit diesem Nachweis können Berechtigte das Deutschlandticket im Abo zum Preis von 44 Euro erwerben, informiert der Rhein-Main-Verkehrsverbund. Günstiger fahren können Bürgergeld-Empfänger auch in Hamburg. Der Sozialrabatt dort beträgt 35,50 Euro pro Monat. Das hvv Deutschlandticket kostet somit für Berechtigte nur 27,50 Euro pro Monat Eigenanteil.
Ein ähnliches Unterfangen gibt es auch in Nordrhein-Westfalen. Ein bundesweit gültiges Sozialticket – das „Deutschlandticket Sozial“ garantiert, so der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr, ein günstigeres Angebot. Dort bezahlt man 53 Euro im Monat für das Ticket. In Berlin konnten Menschen mit geringem Einkommen zumindest im Stadttarif-Bereich mit dem „Berlin-Abo“ für 29 Euro monatlich mobil sein – dieses aber wird seit 11. Dezember 2024 nicht mehr verkauft. Auch Bremen hat ein ähnliches Angebot. Hier kostet ein ermäßigtes Nahverkehrsticket/StadtTicket Bremen Bürgergeld-Empfänger 39,90 Euro.
Übrigens: Wenn Sie planen, Bürgergeld zu beantragen, sollten Sie beachten, wie hoch Ihre Miete sein darf. Zudem steht Ihnen unter bestimmten Umständen eine Nebenkosten-Nachzahlung.
Bürgergeld und Deutschlandticket: Wenig Konkretes, viele Pläne
Die Möglichkeit, das Deutschlandticket vergünstigt anzubieten, stehe aber, so informiert das baden-württembergische Verkehrsministerium, Kommunen und Verkehrsverbünden im Ländle nach wie vor frei. Auch in Bayern gibt es solche Ausnahmen. Beispielsweise in Nürnberg kann jeder Bedürftige, der den sogenannten Nürnberg-Pass hat, sich das ermäßigte Deutschlandticket für 30 Euro im Monat bestellen, teilt das Sozialamt der Stadt mit.
Anmerkung der Redaktion: Der Bundestag hat am 5. März 2026 eine Reform der Grundsicherung beschlossen. Aus dem Bürgergeld soll eine „Grundsicherung für Arbeitssuchende“ entstehen, die Geldleistung soll „Grundsicherungsgeld“ heißen. Die neue Grundsicherung soll unter anderem schärfere Sanktionen für Empfängerinnen und Empfänger möglich machen, aber auch andere Neuerungen mit sich bringen. Die Änderungen sollen am 1. Juli 2026 in Kraft treten.
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