Was hinter dem Wasser aus dem Hahn steckt
Etwa 60 Bürger sind am Sonntag der Einladung zur Wasserwanderung mit dem Oberbürgermeister gefolgt. Mit Martin Gruner und dem Team der städtischen Wasserwerke wanderten die Teilnehmer bei sonnigem Frühlingswetter zwei Kilometer auf den Spuren der Trinkwasserversorgung auf dem Aarberg. Dort bekamen sie einen Einblick in die komplexen Untersuchungen, Planungen, Tätigkeiten und Arbeiten zur Sicherung des wertvollen Lebensmittels.
Am Startpunkt sagte Martin Gruner: „Wir haben eine Wasserversorgung in einer Qualität und Reinheit, um die uns viele Regionen in unserem Land beneiden.“ Dafür aber müsse man immer wieder viel investieren und in Zeiten des Klimawandels das Wassermanagement immer wieder neu denken.
Thomas Schilling, Prokurist und kaufmännischer Leiter der Stadtwerke, benannte Rahmendaten und erinnerte an das Wasserstrukturgutachten von 2019, das einen Investitionsbedarf von deutlich mehr als 20 Millionen Euro nach sich zog und Auswirkungen auf den Wasserpreis habe. Die Stadtwerke Waldshut-Tiengen versorgen 25.000 Menschen mit Grund- und Quellwasser. Auf dem Wanderweg waren auch Cornelia Scharnagl, Bereichsleitung Vertrieb und Marketing, und Melanie Malinowski vom Marketing als Ansprechpartnerinnen von den Stadtwerken dabei.
An der ersten Station gaben die Stadtwerke-Mitarbeiter Marwin Mutter und David Günzel anhand zweier Pläne einen Überblick über das kilometerlange Wassernetzwerk der Bergstadt. Detailliert erläuterten sie die Versorgungstechnik von der Quellfassung, Aufbereitung und Speicherung in den Hochbehältern bis zur Einspeisung in das Leitungsnetz.
Weit mehr als 300 Proben pro Jahr
Die ständige Überwachung der Qualität des Trinkwassers habe höchste Priorität. Weit mehr als 300 Proben werden pro Jahr nach Vorgabe des Gesundheitsamts aus dem Leitungsnetz entnommen und im Labor auf mögliche Schadstoffe überprüft. Auch der Bedarf an Löschwasser im Brandfall müsse bei den Berechnungen der Wasserversorgung bedacht werden, sagte Marwin Mutter.
Ein Meter Wasserleitung kostet 800 Euro
Technisch wurde es an der nächsten Station an der Bloisstraße beim Hydranten. Dort schilderten die Fachkräfte die Planung, den Bau und Betrieb des Leitungsnetzes. Anhand von Modellen der Wassersteuerung gaben sie einen Einblick in das viele Kilometer lange „blaue Wasserrohrsystem“. Erstaunt zeigten sich die Wanderer über die hohen Kosten für die aufwendige Planung, die teure Leitungstechnik und für die kostenintensiven Erdarbeiten: durchschnittlich 800 Euro pro Meter Wasserleitung.
An der letzten Station des Wegs, am 1978 erbauten und 2022 sanierten Hochbehälter Bergstadt, informierte Andreas Schillinger, Abteilungsleiter Wasserversorgung, über die Funktion und Ausstattung des 500 Kubikmeter fassenden Wasserbehälters. Aufgrund seiner Lage ist er als „Niederbehälter“ mit einer Druckerhöhungsanlage, in der vier Pumpen eine Förderleistung zwischen 20 und 80 Kubikmeter pro Stunde leisten, ausgestattet.
Pro Jahr befördern die Pumpen rund 90.000 Kubikmeter Wasser für die etwa 2000 Personen der Bergstadt. Das Gebäude ist außerdem mit einem Notstromaggregat ausgestattet, beheimatet eine Funkanlage für den technischen Betriebsfunk und eine Station für das Aarberger Glasfasernetz.
Zum Abschluss der Wasserwanderung mit dem Oberbürgermeister bekamen die Teilnehmer einen exklusiven Einblick in den Niederbehälter, der im Erdgeschoss die Steuerungstechnik beinhaltet und im ersten Untergeschoss den Rohrkeller mit den Pumpanlagen. Schließlich bedankte Oberbürgermeister Martin Gruner sich bei den Teilnehmern für das „große Interesse an der Infrastruktur unserer Stadt“, lud zu einem erfrischenden Trinkwasser mit Kuchen ein und verabschiedete die Wanderer in den Nachmittag.
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