Was wirklich zählt: Wir leben wie Monarchen im Besitzreich
Kürzlich sahen wir im Fernsehen eine Reportage über Sho. Sho ist Japaner und extremer Minimalist. Er besitzt einen Stuhl, der zugleich Tisch und Sofa ist. Einen Teller, der auch Schneidebrett und Schüssel sein will. Seine Winterjacke ist multifunktional, sein Bett eine zusammenfaltbare Matratze mit Schlafsack. Im Kühlschrank steht ein einsames Joghurt. Nur auf ein Kuschelkissen will Sho nicht verzichten – irgendetwas Menschliches muss ja bleiben.
Ein voller Kleiderständer – für Minimalistinnen und Minimalisten unvorstellbar.
Sho sagt, je weniger er besitzt, desto freier fühle er sich. Besitz sei Ballast, sei Ablenkung. Statt materielle Dinge anzuhäufen, konzentriere er sich auf das Erleben. Was ja eigentlich ganz schön ist.
Wenn ich nach Hause komme, hänge ich meine Jacke zwischen die anderen sieben. Ich stopfe meine Schuhe ins proppenvolle Regal und schmeisse den Rucksack in den Schrank, wo noch drei andere vor sich hindümpeln. Einer klein, einer........
