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Ein Schritt zu mehr Tierschutz

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saturday

Videoüberwachung in Schlachthöfen ist ein Schritt Richtung Tierschutz

Ein Schritt zu mehr Tierschutz

Die Bundesregierung will Videoüberwachung auf großen Schlachthöfen einführen. Für ausreichenden Tierschutz bedarf es weiterer Schritte - und Aufmerksamkeit beim Fleischkauf.

Am Ende steht der Tod, aber das ist kein Argument für Grausamkeit. Auch wenn das Schicksal der Rinder, Schafe oder Hühner besiegelt ist – auf dem Weg und bis zum Ende müssen sie so behandelt werden, dass sie keine Schmerzen erleiden, nicht in Angst und Panik versetzt werden.

An vielen Stellen lässt sich da ansetzen, von der Haltung in den Ställen bis zum Transport. Massenhaftes Einpferchen von Tieren, und Fahrten über Hunderte von Kilometern gehören sicher nicht in die Kategorie ausreichender Tierschutz.

Auch ganz am Schluss der Kette kann einiges schiefgehen: Wenn Tiere nicht ausreichend betäubt werden, wenn sie Misshandlungen erleiden, durch Schläge etwa oder den Einsatz von Schockern, ist das sicher kein sachgemäßer Umgang. Das schadet den Tieren - und im Übrigen auch dem Menschen. Die Qualität des Schnitzels sinkt, je gestresster das Schwein gewesen ist.

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Dass es nicht gesund sein kann, wenn das Fleisch kranker Tiere auf dem Teller landet, versteht sich von selbst.

Blick auf die Arbeitsbedingungen

Wenn nun nach jahrelanger Debatte Videoüberwachung zumindest auf großen Schlachthöfen eingeführt wird, wie die Bundesregierung es vorhat, kann das helfen, Missstände zu beseitigen. Es ist allerdings nur ein Schritt auf diesem Weg.

Denn die Aufnahmen nutzen nur dann, wenn es genug Personal gibt, um sie zu kontrollieren und um notfalls einzugreifen. Wie überall gilt zudem auch in Schlachthöfen: Fehler entstehen auch, wenn die Arbeitsbedingungen nicht stimmen – durch Überlastung, schlechte Sicherheitsvorkehrungen, Personalmangel. Auch hier gilt es also, genau hinzusehen. Die Jobs in Schlachthöfen sind besonders hart.

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Fleischberg zum Billigpreis

Und ganz unabhängig von Videoüberwachung können Verbraucherinnen und Verbraucher ihren Beitrag leisten – indem sie beim Einkaufen darüber nachdenken, ob ein ganzer Fleischberg zum Billigpreis darauf hindeutet, dass das Tier ein gutes Leben und einen Tod ohne Qualen hatte.


© Solinger Tageblatt