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Angehörige und Geschäftsfreunde ersetzen Diplomaten: Trump privatisiert US–Außenpolitik

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18.02.2026

Trump privatisiert US–Außenpolitik

Trump privatisiert US–Außenpolitik

Angehörige und Geschäftsfreunde ersetzen Diplomaten Trump privatisiert US–Außenpolitik

Washington · Donald Trump macht die Außenpolitik der USA zur Privatangelegenheit. Seinen Schwiegersohn Jared Kushner und den alten Geschäftsfreund Steve Witkoff setzt der Präsident als seine verlängerten Arme ein. Erfahrene Diplomaten bleiben am Spielfeldrand.

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US–Präsident Donald Trump (Archivfoto).

Ukraine, Iran, Gaza – keines dieser jahrzehntelangen Probleme scheint aus Sicht des Präsidenten groß genug zu sein, um von seinem Gesandtentandem Kushner-Winkoff nicht binnen kurzer Frist gelöst zu werden. Während Trump seine Amateur-Diplomaten auf die Weltbühne schickt, hat er systematisch den nationalen Sicherheitsapparat der USA zerstört. Im Juli erhielten 246 Diplomaten im „Foreign Service" Kündigungsschreiben. Mehr als 1.000 Beamte in der Zentrale des Außenministeriums mussten gehen. Insgesamt sind 25 Prozent des gesamten diplomatischen Korps seit Amtsübernhame ausgeschieden. Auch der Nationale Sicherheitsrat schrumpfte so drastisch, dass er kaum noch arbeitsfähig ist.

An der Spitze fusionierte Trump das Amt des Außenministers mit dem des Nationalen Sicherheitsberaters. Marco Rubio macht wie einst Henry Kissinger beides aus seinem Büro im Westflügel des Weißen Hauses. Aber ohne den Apparat an Experten, die diplomatische Prozesse detailliert planen, Entscheidungen vorbereiten und dann für ihre professionelle Umsetzung sorgen. Unter Trump stehen die Karriere-Diplomaten bestenfalls am Spielfeldrand – falls sie noch einen Job haben.

Der kubanisch-stämmige Außenminister hat seine Baustelle in Lateinamerika. Während das Amateur-Duo Kushner und Witkoff in Genf an einem Tag mit Russen und Ukrainern sowie mit den Iranern verhandelten, schüttelte Rubio Hände mit Viktor Orban in Ungarn. Mit dabei ist der Chefdiplomat an diesem Donnerstag, wenn Trumps „Friedensrat" in Washington erstmals zusammentrifft.

Eintrittsgebühr von einer Milliarde Dollar

Der „Board of Peace" verkörpert Trumps Vision einer privatisierten Außenpolitik in Reinform. Als Vorsitzender auf Lebenszeit hat der Präsident ein Vetorecht bei allen Entscheidungen. Die Mitgliedschaft ist auf Einladung begrenzt. Wer einen dauerhaften Sitz im Rat will, zahlt eine Eintrittsgebühr von mindestens einer Milliarde Dollar.

Trumps Privatclub für Nationen funktioniert nach demselben Prinzip wie der Rest seiner Außenpolitik: persönliche Gefolgschaft. Jenseits der Schlagzeilen hat der Präsident nach Ansicht von Experten im Kleingedruckten nicht viel vorzuweisen. Denn dafür fehlen die Diplomaten, die das mühsame Bohren dicker Bretter betreiben.

Im Kontrast zu dem Gaza-„Deal” von Kushner und Witkoff steht der Erfolg des „Camp-David"-Abkommens unter Präsident Jimmy Carter. Ihm war jahrelange Vorarbeit vorausgegangen. Im Unterschied zu den Ukraine-Gesprächen haben die Dayton-Abkommen zu einem Ergebnis geführt.

Nach Monaten riskanter Kriegsdiplomatie unter der Führung des Ausnahme-Diplomaten Richard Holbrooke beendete es den Krieg im ehemaligen Jugoslawien. Selbst der Friedensprozess in Nordirland, bei dem die USA eine Schlüsselrolle spielten, brauchte Jahre bis zur Entwaffnung der IRA.

Gaza-Deal soll auf falschen Annahmen beruhen

Der erfahrene Nahost-Unterhändler Aaron David Miller weist darauf hin, dass der Gaza-Deal von Kushner und Witkoff auf falschen Annahmen beruht. „Die Vorstellung, dass die Hamas ihre Waffen abgibt, bevor die Israelis sich zurückziehen", so Miller in einem Interview, „ist so gut wie ausgeschlossen." Die Phase 2 des Abkommens wäre damit obsolet.

Dasselbe Problem plagt die Verhandlungen im Ukraine-Konflikt und mit dem Iran. Nach Ansicht von Experten reicht es nicht aus, bloß als „Dealmaker" aufzutreten. Gefragt ist ein tieferes Verständnis. Russen und Ukrainer betrachten den Donbas nicht aus der Sicht von Investoren, die dort eine Freihandelszone ersinnen. Ebenso wenig denken die Führer des Iran im Traum daran, ihre Theokratie gegen den „großen Teufel" wehrlos zu machen.

Rubio versteht das am ehesten. „Es wird schwierig werden", sagte er Reportern zu den Iran-Gesprächen. „Wir haben es mit radikalen schiitischen Geistlichen zu tun haben, die theologische Entscheidungen treffen, nicht geopolitische." Als Witkoff gutgläubig Wladimir Putins Ziele für die Ukraine in seinen 28-Punkte-Plan übernahm, intervenierte Rubio, um das Schlimmste zu verhindern.

Amerikaner lassen Botschafterposten unbesetzt

Doch dem Minister fehlt nach dem Kahlschlag im State Department der Unterbau, mehr zu tun, als Feuerwehr zu spielen. Bezeichnenderweise lassen die Amerikaner die Botschafterposten in Moskau und Kiew unbesetzt. In Teheran und Gaza gibt es schon seit langer Zeit keine diplomatische Expertise mehr. Insgesamt sind 110 von 195 Botschafterposten unter Trump vakant – übrigens auch der in Deutschland.

Während aus Sicht von Analysten fraglich ist, was für die Menschen vor Ort bei Trumps privater Amateur-Diplomatie herauskommt, erkennen Kushner, Witkoff und der Präsident selbst darin lukrative Geschäftsmöglichkeiten. Witkoffs Sohn Zach ist Geschäftsführer von World Liberty Financial, der Kryptowährungsfirma der Trump-Familie. Eine Investmentfirma mit Verbindungen zu den Vereinigten Arabischen Emiraten kaufte im vergangenen Jahr für 500 Millionen Dollar fast die Hälfte des Unternehmens.

Kushner sammelte mehrere Milliarden an Investitionen von Ländern für seine Firma. Mit diesen Ländern hatte er als ranghoher Berater Trumps in der ersten Amtszeit zusammengearbeitet. „Was Leute Interessenkonflikte nennen, nennen Steve und ich Erfahrung und vertrauensvolle Beziehungen, die wir auf der ganzen Welt haben", hielt Kushner dem Vorwurf der Interessenkonflikte entgegen.

Kritiker erkennen in der Außenpolitik Trumps dasselbe Muster wie daheim. Die Grenzen zwischen Staatsinteresse und persönlichem Geschäft verschwimmen. Das Ergebnis ist eine Diplomatie, die mehr an Immobilienverhandlungen in Manhattan erinnert als an das geduldige und mühsame Ringen, das historische Friedensabkommen möglich machte.

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