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Klingbeil und die Spannungen mit den USA: „Mit Grönland war eine Grenze überschritten“

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15.02.2026

Klingbeil: „Mit Grönland war eine Grenze überschritten“

Klingbeil: „Mit Grönland war eine Grenze überschritten“

Klingbeil und die Spannungen mit den USA „Mit Grönland war eine Grenze überschritten“

Analyse | München · Die schwarz-rote Koalition erlebt die Spannungen mit der US-Regierung seit dem Amtsantritt. Auf der Sicherheitskonferenz zeigt sich, wie Kanzler Merz und Vizekanzler Klingbeil – beides überzeugte Transatlantiker – mit der Situation umgehen. Eine Beobachtung.

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Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD) auf der Münchner Sicherheitskonferenz.

Zur Stellenbeschreibung eines SPD-Vorsitzenden gehört ein enges Verhältnis zu den USA nicht unbedingt dazu. Doch Lars Klingbeil hat aus seiner Verbundenheit zu den Vereinigten Staaten nie einen Hehl gemacht. Er hat den 11. September 2001, den schwärzesten Tag in der jüngeren US-Geschichte, in New York miterlebt. Es hat ihn tief geprägt.

Als Finanzminister und Vizekanzler war er einer der ersten der neuen Regierung, der Kontakte zur US-Administration aufnahm. Er reiste nach Washington, gab Pressekonferenzen – im Hintergrund die berühmte Kulisse des Weißen Hauses. Genau deshalb lässt sich die tiefe Enttäuschung der deutschen Regierungsspitze über das Verhältnis zu den USA unter Präsident Donald Trump an Klingbeil gut ablesen.

München, Februar 2026, Münchener Sicherheitskonferenz: Gerade hat US-Außenminister Marco Rubio seine mit Spannung erwartete Rede gehalten. Klingbeil ist nicht im Saal, sondern hat mit seinem Team die Rede im „German House“, in den Arbeitsräumen der deutschen Delegation, verfolgt, in Teilen mitgeschrieben.

Rubio ruft Europa auf, zusammen mit den USA an einem „neuen westlichen Jahrhundert“ zu arbeiten. „Wir gehören zusammen“, sagt er und wirbt um eine Kooperation. Gleichzeitig macht der Trump-Gesandte aber deutlich, dass die Europäer dafür ihren politischen Kurs ändern müssten. Der US-Minister bezeichnet die Korrektur einer unregulierten Handelspolitik und den Kampf gegen „Massenmigration“ als nötig, damit die Staaten nicht ihre Identität verlören. Die US-Regierung hoffe, den Weg mit den Europäern zu gehen – „notfalls sind wir bereit dies alleine zu tun“, betont er zugleich. Er sagt das alles deutlich höflicher als noch vor einem Jahr Vizepräsident JD Vance. Am Kern der Botschaft ändert es wenig.

Ein erstes schnelles Fazit des Vizekanzlers: „Die Rede von Außenminister Rubio war im Ton versöhnlicher und diplomatischer als die Reden, die wir zuletzt gehört haben. Aber grundlegende Differenzen mit der Trump-Administration bleiben bestehen. Da sollte niemand naiv sein“, sagt er im Gespräch mit unserer Redaktion.

Klingbeil ist misstrauisch. Und das, obwohl er sich mit US-Finanzminister Scott Bessent ganz gut versteht. Genau wie der Kanzler und CDU-Vorsitzende Friedrich Merz, der wiederum zu Trump einen gewissen Draht hat, hält sich Klingbeil im Sommer beim Zollstreit der EU mit den USA mit Kritik zurück. Merz und Klingbeil wissen genau: Nicht nur mit Blick auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine braucht man die Amerikaner im Boot.

Und dann schockiert Trump im Januar nicht nur mit einer völkerrechtswidrigen Verhaftung von Venezuelas Machthaber, sondern erhebt grundsätzliche Ansprüche auf Grönland, das zu Dänemark gehört. Und droht den europäischen Verbündeten offen.

Klingbeil ist im Wahlkampf unterwegs, traut seinen Ohren nicht: „Ich bin ein überzeugter Transatlantiker, das bleibe ich auch. Doch als die Debatte über Grönland losbrach und Trumps Zolldrohung kam, war eine Grenze überschritten. Wir haben klar gemacht, dass wir uns als Europäer nicht erpressen lassen. Das hat Trump zum Einlenken gebracht. Diese Klarheit und dieses Selbstbewusstsein brauchen wir weiterhin“, erinnert er diese Tage. Er geht als erster Vertreter der Regierung an die Öffentlichkeit, kritisiert die USA in Absprache mit Merz offen.

Doch auch dem Kanzler reicht es. Merz hielt die Kapriolen aus dem Weißen Haus lange aus. Er unternimmt viel, um die Europäer und die Amerikaner zusammenzuhalten. Doch auch bei ihm ist die Erkenntnis gereift, dass man sich wehren muss. Auch das ist in München zu sehen. Merz will nicht mehr ohnmächtig abwarten, welche Botschaften das Weiße Haus wann transportiert. Merz wirbt für einen zwar abgestimmten, aber eigenen europäischen Weg.

Der Kanzler spricht von einem Programm der Freiheit und zitiert Peter Sloterdijk, der davon schrieb, dass für Europa der lange „Urlaub von der Weltgeschichte“ beendet ist. Europa müsse „einen Schalter umlegen“: „Zwischen Europa und den Vereinigten Staaten von Amerika hat sich eine Kluft, ein tiefer Graben aufgetan. Vizepräsident JD Vance hat das vor einem Jahr hier in München an dieser Stelle gesagt. Er hatte in der Beschreibung recht. Der Kulturkampf der Maga-Bewegung in den USA ist nicht unserer. Die Freiheit des Wortes endet hier bei uns, wenn sich dieses Wort gegen Menschenwürde und Grundgesetz wendet.“ Der SPD-Chef lobt die klare Rede des Kanzlers: „Friedrich Merz hat bei seiner Rede den richtigen Ton getroffen. Wir setzen auf ein souveränes, selbstbewusstes Europa. Gleichzeitig bleibt unsere Hand in die USA ausgestreckt“.

Und was bleibt nun nach München aus der Sicht Klingbeils?„Niemand sollte sich jetzt wieder zurücklehnen und sagen, das wird schon alles.“ Europa, das ist Merz und Klingbeil wichtig, müsse jetzt entscheidende Schritte alleine gehen, das haben sich beide auf die Agenda gesetzt.

Der Kanzler reist in der ersten März-Woche in die USA. Beim letzten Mal hatte er angenehme Stunden im Oval Office. Ob das wieder so sein wird? Keiner weiß das so genau.

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