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Papst gegen US-Präsidenten: Warum ein Friedensappell Trump so trifft

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14.04.2026

Papst gegen US-Präsidenten Warum ein Friedensappell Trump so trifft

Meinung · US-Präsident Trump postet ein KI-Bild von sich als Jesus – und zieht es wieder zurück. Der Papst sendet politische Botschaften mit den Worten des Evangeliums. Ist das Vereinnahmung von Religion?

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Auf dem Weg nach Algerien spricht Papst Leo XIV. neben Vatikan-Sprecher Matteo Bruni zu Journalisten.

In seiner Fantasie war Donald Trump schon König, Supermann und Papst. In Abständen postet der US-Präsident Fotomontagen, die sein Gesicht auf heroische oder mächtige Figuren blenden und einerseits wohl den Geltungsdrang seines Egos befriedigen, andererseits Bilder in die Köpfe vieler Leute pusten sollen, die ihn auf kürzestem Weg mit herausragenden Menschen oder Figuren in Verbindung bringen. Denn selbst wenn die Empörung groß ist, weil so viel Selbstverliebtheit und Anmaßung eben doch abstößt, bleibt der Eindruck zurück: Trump = Supermann. Das ist die Macht der Bilder.

Diesmal ist Trump womöglich einen Schritt zu weit gegangen, denn das KI-Bild, das ihn im verkitschten Nazarener-Stil als Heilsbringer Jesus zeigt, hat er schon nach wenigen Stunden wieder gelöscht. Es gab selbst unter seinen Anhängern wohl zu viele, die fanden, dass sich diese Gleichsetzung verbiete. Auch wenn Trump die vermeintliche Parallele schon früher öffentlich ins Ohr geflüstert wurde, ohne dass es einen Aufschrei gegeben hätte. Bei einem Treffen überwiegend evangelikaler Geistlicher vor Ostern im Weißen Haus verglich etwa Trumps geistliche Beraterin Paula White-Cain die Leiden des Präsidenten mit der Passion Jesu Christi. Trump will seine........

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