Glückwunsch zur Niederlage?: Was das WM-Aus über die deutsche Fehlerkultur verrät
Glückwunsch zur Niederlage? Was das WM-Aus über die deutsche Fehlerkultur verrät
Nach dem Aus im Sechzehntelfinale im Boston: Trainer Julian Nageslmann (M.) und seine Mannschaft auf dem Platz.
Analyse | Düsseldorf · Nach dem glanzlosen Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft bei der Fußball-WM gibt es Glückwünsche vom Kanzler. Ein Kommunikationsfehler, heißt es aus dem Kanzleramt. Warum es in Deutschland so schwerfällt, Fehler zuzugeben.
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Sport ist in einem Punkt ziemlich einfach: Das Ergebnis zählt. Also nicht das Bemühen, nicht die Umstände, nicht die besten Absichten. Am Ende heißt es nur Sieg oder Niederlage, weiter bei der WM oder raus.
Es gibt nun also viele Erklärungsversuche für das frühe Ausscheiden der Nationalelf bei der aktuellen WM, zu viele Familientage in der Vorbereitungszeit, Sturheit des Trainers, Schiedsrichterfehler. Dabei ist es im Grunde simpel: Die Leistung auf dem Platz hat nicht genügt. Doch diese einfache Wahrheit nach dem Abpfiff wird kaum ausgesprochen, gleich geht es ans Erklären, Deuten, Schuldzuweisen. Insofern ist die viel gescholtene erste Reaktion des Bundeskanzlers nur symptomatisch. Friedrich Merz hatte den Fußballern auf seiner digitalen Plattform bekanntlich für Einsatz und Teamgeist bei der WM gedankt mit dem Auftakt:„Was für ein Spiel!“ und sogar geschrieben, das Land sei stolz auf die Spieler. Nun ist aus dem Kanzleramt zu hören, das Versenden der Nachricht sei eine Panne gewesen. Der falsche Entwurf sei verschickt worden. Die Verantwortung will niemand übernehmen.
Lieber die Wahrheit sagen, als drumherum zu reden
Und was der Kanzler erklärend nachlegte, als es teils hämische Kritik hagelte, wirft auch wieder Fragen auf. Die deutschen Spieler hätten „unseren Rückhalt“ verdient, nicht „unseren Spott“, ließ er verbreiten. Als sei das WM-Aus........
