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Nach dem Urteil ist vor der Wahl: Le Pens Fall

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Es ist ein Krimi, der alle Elemente enthält, die ein Krimi benötigt – ein Verbrechen, ein Opfer, behördliche Ermittlungen, Verdächtige –, aber mit einer ungewöhnlichen Frage endet: Sie lautet nicht: „Wer ist der Täter?“, sondern: „Wer ist der Richter?“

Der Fall beginnt mit einer anonymen Nachricht, die 2014 beim Europäischen Amt für Betrugsbekämpfung (OLAF) einlangt. Darin werden Anschuldigungen gegen Mitglieder der französischen Rechtsaußen-Partei Front National (heute: Rassemblement National) erhoben, darunter die damalige FN-Parteichefin und EU-Abgeordnete Marine Le Pen, deren Kabinettschefin und deren Leibwächter. Die Ermittlungen des OLAF ergeben, dass Marine Le Pen mit dem Geld, das sie als Abgeordnete von der EU bekommt, um ihre Mitarbeiter zu bezahlen, stattdessen Angestellte ihrer Partei entlohnt hat, die nichts mit der Arbeit des EU-Parlaments zu tun haben.

Le Pen bestreitet das und weigert sich, das Geld zurückzuzahlen. Der Fall weitet sich aus. Weitere Abgeordnete des Front National sollen jahrelang Assistenten vorschriftswidrig mit EU-Geld für Parteiarbeiten bezahlt haben. Es geht um rund vier........

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