Clemens Pig: Wie aus einem ÖVP-SPÖ-Wunschkandidaten ein unabhängiger ORF-Chef werden könnte
Neos-Mediensprecherin Henrike Brandstötter bezeichnet die Bestellung von Clemens Pig zum nächsten ORF-Generaldirektor durch den 35-köpfigen Stiftungsart als „Packelei“ der früheren Großparteien. Tatsächlich ist Pig ein Rundfunk-Chef auf ÖVP-Wunsch und von SPÖ-Gnaden. Interessanterweise stimmten bei der Wahl sogar mehr rote Stiftungsräte für ihn als schwarze.
Mit Sicherheit gab es Regieanweisungen von den Sprechern des schwarzen und roten Freundeskreises im Stiftungsrat. Und gewiss hätten einige Mitglieder lieber für eine weibliche Kandidatin (Lisa Totzauer), einen international erfahrenen Medienmanager (Johannes Larcher) oder einen Reformfanatiker wie den Privat-TV-Macher Markus Breitenecker gestimmt, folgten dann aber doch den Vorgaben in ihren Fraktionen.
Aber es gab auch schwarze und rote Stiftungsräte, die Pig aus Überzeugung wählten: wegen seines Reformkonzepts für den ORF oder aufgrund seines souveränen Auftritts beim Hearing. Nicht alle Stiftungsräte sind willfährige Erfüllungsgehilfen der Parteien. Dazu kommt: Als bisherigem Geschäftsführer der Austria Presse Agentur wird Pig die Qualifikation für den ORF-Chefposten nicht schon im Vorhinein abzusprechen sein.
Scharfe öffentliche Kritik an ÖVP und SPÖ bei der Bestellung des ORF-Generaldirektors ist angebracht.........
