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Danke, Zivildienst, für deine Arbeit – wir lassen dich nicht verschwinden!

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25.03.2026

Danke, Zivildienst, für deine Arbeit – wir lassen dich nicht verschwinden!

Linus Heim, Co-Präsident der Jungen Alternative Zug, äussert sich zur Abstimmung über die Änderung des Zivildienstgesetzes.

Um zu verstehen, wie gefährlich die geplante Änderung des Zivildienstgesetzes ist, lohnt sich ein Blick darauf, wie wichtig der Zivildienst für die Schweizer Bevölkerung tatsächlich ist. Jährlich werden fast zwei Millionen Zivildiensttage geleistet und zwar in Bereichen, in denen Unterstützung dringend gebraucht wird: in Schulen, Spitälern, Asylzentren oder im Naturschutz. Es handelt sich um systemrelevante Einrichtungen, die für das Wohl unserer Gesellschaft von grosser Bedeutung sind.

Die Arbeit der Zivildienstleistenden geschieht oft im Hintergrund. Doch genau dort leisten sie einen Beitrag, der sowohl für sie selbst als auch für die Gesellschaft äusserst wertvoll ist. Der Zivildienst bietet Einblicke und Arbeitserfahrungen in den Bereichen Soziales, Gesundheit und Umwelt. Alles Gebiete, die leider oft zu wenig Beachtung finden. Diese bereichernde, lehrreiche und sinnstiftende Tätigkeit ist etwas, das viele junge Menschen suchen und auf diese Weise leisten sie ihren «Dienst am Land».

Viele erhalten dadurch die Chance, ihren Horizont zu erweitern und in Berufsfelder hineinzusehen, zu denen sie sonst kaum Zugang hätten. Für junge Menschen ist das ein entscheidender Schritt in ihrer Entwicklung, und die Erfahrungen prägen ihr weiteres Leben. Soziale Berufe und auch das Gesundheitswesen haben grosse Mühe, genügend junge Menschen zu finden; der Zivildienst kann hier als Kontaktpunkt dienen und Begeisterung für diese Berufsfelder wecken.

Durch die geplanten Änderungen würden rund 230'000 Zivildiensttage verloren gehen. Welche konkreten Folgen das hätte, ist unklar. Der Bund hat diese Änderungen beschlossen, ohne zuvor Prognosen oder Analysen zu erstellen, welche die Auswirkungen auf betroffene Institutionen oder auf die Armee aufzeigen. Die Gefahr, dass sich der Personalmangel im Sozial- und Gesundheitswesen dadurch weiter verschärft, liegt auf der Hand.

Ob die Armee durch diese Massnahmen tatsächlich gestärkt würde, ist hingegen höchst fraglich. Bereits heute übertrifft ihr Bestand die gesetzlichen Vorgaben. Mehr Menschen lösen nicht automatisch die Probleme, die innerhalb der Armee bestehen. Die Armee darf nicht gegen den Zivildienst ausgespielt werden, und ob die Armee in ihrer jetzigen Form überhaupt sinnvoll ist, bezweifle ich stark. Diese Gegenüberstellung führt jedoch oft dazu, dass der Zivildienst nicht als eigenständiges System betrachtet und sein Wert für die Schweiz unterschätzt wird.

Arbeitserfahrung zu sammeln, Einblicke in neue Bereiche zu gewinnen und sich gleichzeitig für die Gesellschaft einzusetzen, ist äusserst wertvoll. Diese Möglichkeit darf nicht weiter eingeschränkt oder erschwert werden. Vom Engagement der Zivildienstleistenden profitieren nicht nur die Betriebe, sondern unsere gesamte Gesellschaft. Die bürgerliche Politik versucht, den Zivildienst weiter zu delegitimieren. Wir halten dagegen und stehen für Frieden statt kopflose Aufrüstung ein.

In der Kolumne «Die junge Sicht» äussern sich Mitglieder der Zuger Jungparteien zu frei gewählten Themen. Ihre Meinung muss nicht mit derjenigen der Redaktion übereinstimmen.

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