Keine halbierte Demokratie: Warum Gastautorin Dominique Lysser die SRG-Initiative für keine gute Idee hält
Keine halbierte Demokratie: Warum Gastautorin Dominique Lysser die SRG-Initiative für keine gute Idee hält
Die Solothurner Historikerin Dominique Lysser beschäftigt sich in ihrer aktuellen Kolumne mit der SRG-Halbierungsinitiative. Ohne unabhängige, verlässliche und vertrauenswürdige Informationen verkomme Demokratie zur Farce, schreibt sie.
Die Halbierungsinitiative möchte den SRG-Beitrag auf 200 Franken pro Haushalt beschränken. Am 8. März wird abgestimmt.
Die Schweiz zählte in den 1920er Jahren zu den Rundfunkpionierländern. Erste Radioveranstalter entstanden in rascher Abfolge in Lausanne, Zürich, Bern, Genf und Basel. Das neue Medium faszinierte, obwohl die Übertragungsqualität der Programme nicht selten von starkem Rauschen und Knacken gestört wurde. Das weitaus grössere Problem der kleinen Radiostationen waren die zu geringen Gebühreneinnahmen, um kontinuierlich ein qualitativ hochstehendes Programm zu senden, das mit der internationalen Konkurrenz hätte mithalten können.
Der Bundesrat förderte deshalb 1931 die Gründung der Schweizerischen Rundspruchgesellschaft nach dem Vorbild der British Broadcast Corporation, BBC. Als privatrechtlicher Verein konzipiert, sollte die SRG unabhängig von Staat, Politik und Wirtschaft die Schweizer Bürger und Bürgerinnen........
