Krieg mit Gratis-Cocktails
Nein, es wird für die deutschen Tourist*innen in der Golfregion am Samstag nicht angenehm gewesen sein, plötzlich Raketenalarme auf ihren Handys zu haben und Angriffe wie auch Luftabwehr aus der Nähe beobachten zu müssen. Flugausfälle und gecancelte Kreuzfahrten sind auch unangenehm. Trotzdem ist, was die Touristinnen zu ertragen haben, doch überschaubar schlimm. »Das Leben spiele sich in den Bars ab, dort gebe es unentgeltliche Cocktails für die Gäste«, heißt es in der »FAZ« über die Lage auf einem Kreuzfahrtschiff das in Abu Dhabi gestrandet ist. Nach einer lebensbedrohlichen Situation klingt das nicht.
Eine übertrieben hitzige Diskussion, wie deutsche Tourist*innen aus der Golfregion ausgeflogen werden können, braucht es also nicht. Der Flugverkehr wird sich wieder normalisieren, und dann werden alle zurückkommen. Ein bisschen später als eigentlich geplant. Insofern ist Druck auf die Bundesregierung unnötig. Die Tourist*innen haben sich selbst entschieden, ihren Urlaub in einer nicht gerade sicheren Weltgegend zu verbringen. Sie haben sich für Urlaub in einer der autoritären Golfmonarchien entschieden. Luxushotels und garantiert gutes Wetter stehen dabei im Vordergrund.
Natürlich kann man seinen Urlaub so verbringen, aber sowohl in Sachen Klima als auch mit Blick auf die Unterstützung autoritärer Regime sind Dubai, Katar und Co. äußerst fragwürdige Ziele. Wer dort seinen Urlaub verbringen will und dabei internationale Spannungen missachtet, muss auch die Konsequenzen ertragen können.
