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Ungerechtigkeit in Deutschland: Raum für solidarische Politik

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03.03.2026

Der ARD-Deutschland-Trend von Februar ließ aufhorchen: 62 Prozent der Befragten sind der Meinung, »dass es in Deutschland alles in allem eher ungerecht zugeht«. Das ist der höchste Wert seit der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise 2008. Die Frage nach den Ursachen wachsender Ungerechtigkeit beantworten mit Abstand die meisten (35 Prozent) mit Verweis auf »große soziale Unterschiede bzw. die Schere zwischen Arm und Reich« – eine Steigerung um 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Offenkundig lässt sich diese seit Langem wachsende Kluft, die weitgehend parallel zur Spaltungslinie zwischen Kapital und Arbeit verläuft, immer schwerer ignorieren.

Die Versuche der schwarz-roten Bundesregierung, Keile zwischen arbeitende Menschen zu treiben, verfangen hingegen weniger als noch vor einem Jahr: Die »Bevorzugung von Ausländern/Asylbewerbern« bemängeln gerade einmal neun Prozent – das ist trotz aller regierungsamtlichen Gewaltphantasien in der Migrationspolitik ein Rückgang um zwei Prozentpunkte. Und obwohl seit Sommer zum Sturm auf das Bürgergeld geblasen wird, empfinden schlappe acht Prozent........

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