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China bietet Chancen

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25.02.2026

China sieht sich als Partner, Deutschland hält bisher am Bild des »systemischen Rivalen« fest. Daran ändert sich durch den Besuch des deutschen Kanzlers Friedrich Merz in Peking nichts. Chinas Staatschef Xi Jinping warb für mehr Zusammenarbeit in Bereichen wie Technologie, Innovation und künstlicher Intelligenz sowie für stabile Industrie- und Lieferketten. Merz ist im Prinzip einverstanden, mahnt aber im Interesse deutscher Unternehmen fairen Wettbewerb an und hatte noch auf der Münchner Sicherheitskonferenz China deutlich kritisiert: »Abhängigkeiten anderer nutzt China systematisch aus. Und die internationale Ordnung deutet China in seinem Sinne neu.«

Die Welt bewegt sich in Richtung einer multipolaren Ordnung, gegen die die USA unter Donald Trump entschiedenen Widerstand leisten. China hingegen sucht für eine multipolare Weltordnung Partner in aller Welt auch über das Schwellenländerbündnis Brics hinaus – die EU und Deutschland wären Peking willkommen.

2023 hatte die Ampel-Bundesregierung erstmals eine umfassende China-Strategie beschlossen. China wurde darin als Partner, Wettbewerber und systemischer Rivale definiert. Das Zauberwort darin hieß De-Risking (Risikominimierung). Damit soll die wirtschaftliche Abhängigkeit von China verringert werden. Ein legitimes Vorhaben, das nicht zuletzt auch in Bezug auf die USA gilt. Sicher ist, es muss mit China so viel Partnerschaft wie möglich gesucht werden, um die globalen Probleme anzugehen. Denn die USA fallen da bis auf Weiteres aus.


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