Gewalt endet nicht mit dem letzten Schlag
Im Frühjahr dieses Jahres kursierten in den sozialen Medien zahlreiche Videos von brutalen Kämpfen zwischen minderjährigen Mädchen. In einem Video hatte eine Gruppe Teenager am Stadtrand einen improvisierten Ring aufgebaut, und zwei Mädchen traten unter den Blicken von Handykameras in einen Kampf. In einem anderen Video attackierten mehrere Mädchen eine Mitschülerin brutal und ließen sie am Boden liegen. Auch hier standen Kinder mit ihren Handys in der Hand daneben.
Schlägereien unter Minderjährigen sind nichts Neues. Neu ist jedoch ein Publikum, das in die Hosentasche passt. Eine Schlägerei muss nicht mehr mit dem letzten Schlag oder dem Verlassen des Schulhofs enden. Sie kann als Inhalt weiterleben: geteilt, kommentiert, bewertet und jederzeit wieder aufgegriffen. Gewalt wird zum Spektakel und das Smartphone zum Werkzeug, das ihre Reichweite und ihre Folgen vervielfacht.
Gewalt unter Kindern hat kein einheitliches Gesicht. Sie beginnt mit Beleidigungen, Demütigungen, Ausgrenzungen aus der Gruppe oder Drohungen. Sie kann sich fortsetzen mit Sachbeschädigung, Erpressung, sexueller Nötigung oder körperlicher Gewalt. Im Onlinebereich geht dies oft mit der Veröffentlichung erniedrigender Fotos und Videos, der Erstellung gefälschter Profile, Massenangriffen in Chats oder der wiederholten Verbreitung von Aufnahmen des Angriffs einher.
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