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Mietenwahnsinn: Kein Frosch im Mietentopf

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03.03.2026

Wenn man einen Frosch in einen Topf mit kochendem Wasser wirft, dann springt er heraus. Wenn man ihn hingegen in kaltes Wasser setzt, und dieses langsam erhitzt, dann stirbt er, weil er nicht merkt, wie lebensbedrohlich heiß es wird. Das ist eine vor allem im englischsprachigen Raum verbreitete Parabel, mit der die Unfähigkeit von Menschen beschrieben wird, auf Bedrohungen zu reagieren, die nicht plötzlich, sondern graduell und langsam kommen.

Graduell und langsam werden allem Anschein nach die Mieten beim Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen (BBU) erhöht. Wer einen Mietvertrag bei einem der Unternehmen hat, die sich in dem Verband zusammengeschlossen haben, zahlte im Schnitt 7,10 Euro pro Quadratmeter – 3,6 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Schon im Vorjahr stiegen diese Mieten um vier Prozent.

Aber genau wie der Parabelfrosch nicht merkt, dass er in einer immer tödlicheren Suppe köchelt, verschleiert der Vergleich mit den kochenden Angebots- und Portalmieten, dass es eben auch im BBU-Topf unerträglich heiß geworden ist. Echte Frösche verhalten sich übrigens ganz anders als in der Parabel. Egal, ob graduell wärmer werdend oder von Anfang an heiß – ist ihnen die Temperatur zu hoch, suchen sie das Weite. Also raus aus dem Mietenkochtopf? Bloß wohin?

Anders als Frösche haben wir einen entscheidenden Vorteil: Wir können entscheiden, wie heiß der Topf wird. Wir können einen Mietendeckel einführen, damit die Suppe nicht überkocht, und große Wohnungsunternehmen vergesellschaften, damit niemand mehr am Herd spielen kann. Die Möglichkeiten sind da.


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