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Jeden Tag Schlagerparty

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23.02.2026

Jeden Tag Schlagerparty

Rahel Hug über die Lieblingslieder ihrer Kinder.

Tanzen macht Spass – doch zu welcher Musik?

Die Räder vom Bus, die rollen dahin, rollen dahin, rollen dahin... Immer wieder summt es in meinem Kopf, die eingängige Melodie des bekannten Kinderliedes lässt mich nicht los. Während der Arbeit, unterwegs im Zug, abends im Bett. Hartnäckig und bisweilen in Endlosschleife begleitet mich dieser Soundtrack durch den Tag.

Den Ohrwurm eingepflanzt haben mir meine zwei Töchter. Sie möchten zurzeit so oft wie möglich «Kinderlieder» hören. Und damit meinen sie nicht originelle und witzige Songs von guten Schweizer Kinderbands, von denen es zahlreiche gibt. Nein, sie meinen solche wie das eingangs erwähnte Lied, das dank seiner repetitiven Strophen und der simplen Melodie weltweit Anklang findet und tausendfach reproduziert wurde.

«Die Räder vom Bus» ist dabei im Vergleich noch harmlos. Arg wird es, wenn man auf Spotify Playlists wie «Die besten Kinderlieder» laufen lässt. Dann dröhnt es aus den Boxen zum Beispiel «Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad» oder «Es blubbert in der Wanne wenn man pupst». Das ist zu viel für meinen Geschmack. Und Sie können es sich vorstellen: Es sind ausgerechnet die Lieder, die meine Kids am meisten lieben.

So kommt es, dass in unserer Stube momentan regelmässig kleine Schlagerpartys stattfinden. Für die Kinder das grösste Gaudi. Sie tanzen und singen fröhlich mit, während mein Partner und ich uns fragen, was wir falsch gemacht haben. Wir wollen unserem Nachwuchs einen guten Musikgeschmack weitergeben, lautete immer unsere Devise. Kinderschlager – bitte nicht. Und jetzt wollen die Mädchen trotzdem nur das hören. Aufgeschnappt haben sie die einprägsamen und mitreissenden Lieder wohl an irgendeiner Kinderdisco oder sonst einem Fest. Und ich gebe zu, sie laden tatsächlich zum Mitschunkeln ein.

Ohren zu und durch. Auch diese Phase wird vorbeigehen, denke ich mir. Beim Tanzen werden die Kids immerhin schnell müde und durstig. Nach einer kleinen Pause kann man sie meistens überzeugen, etwas anderes zu spielen. Für mich ist die Schlagerparty dann aber noch lange nicht vorbei. In meinen Ohren tönt es munter rauf und runter: Guck mal diese Biene da – summ summ – guck mal wie sie fliegt und wie sie tanzt...

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