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Verleger Peter Wanner zum Fall Fischer: «Ein folgenschwerer Vertrauensbruch»

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25.04.2026

Verleger Peter Wanner zum Fall Fischer: «Ein folgenschwerer Vertrauensbruch»

Kurz vor der Heim-WM verliert die Schweiz ihren Nationaltrainer. Patrick Fischers frühere Verurteilung wird durchs SRF publik und kostet ihn den Job. Der Fall wirft grundlegende Fragen zu Medienethik und Verhältnismässigkeit auf.

Patrick Fischer musste als Eishockey-Nationaltrainer gehen.

Der erzwungene Rücktritt von Eishockey-Nationaltrainer Patrick Fischer vier Wochen vor der WM im eigenen Land wirft hohe Wellen. War die Bekanntmachung des Delikts «im überwiegend öffentlichen Interesse»? War die mediale Vorführung und Anprangerung «im überwiegend öffentlichen Interesse»? Hat der SRF-Journalist richtig gehandelt oder hat er nicht vielmehr einen unerhörten Vertrauensbruch begangen?

Fischer, eine Lichtgestalt im Schweizer Eishockey, der die Schweizer Nationalmannschaft wie noch kein Trainer zuvor auf internationales Niveau gebracht hat, beging zweifellos einen Fehler, als er vor vier Jahren sich ein gefälschtes Covid-Zertifikat beschafft hatte. Doch da gab es Tausende in der Schweiz, die das auch gemacht hatten, falls man als Impfgegner ein Covid-Zertifikat benötigte, sei es für eine Veranstaltung oder für eine Reise ins Ausland. Einen Impfzwang gab es in der Schweiz nicht.

Peter Wanner, Verleger von CH Media, beurteilt die SRF-Enthüllung kritisch.

Ganz anders in China. Da war für die Einreise ein Impfzertifikat Pflicht. Der chinesische Staat verhängte drakonische Quarantäne-Massnahmen und wollte die Verbreitung des Covid-Virus mit totaler Abschottung verhindern. Das gelang mehr oder weniger, aber solch rigorose Massnahmen waren nur in einer Diktatur möglich. Und noch immer verhindert die chinesische Diktatur eine lückenlose Aufklärung über die Herkunft des Virus.

China ein Schnippchen geschlagen

Patrick Fischer hat sich zwar ein falsches Impf-Zertifikat erworben, aber betrogen hat er die Schweiz nicht, es kamen auch keine Menschen zu schaden. Vielmehr hat er die chinesische Diktatur betrogen, indem er mit einem gefälschten Impfzertifikat sich die Einreise erschlich. Er hätte zwar in China drei Wochen in Quarantäne gehen können, aber als Nationaltrainer hat er vor einer Olympiade wahrhaft Gescheiteres zu tun. Seine volle Aufmerksamkeit ist verlangt für die Team-Bildung, die Motivation und für die Integration der Hockey-Stars, die im Ausland spielen und zur Mannschaft stossen. Fischer hatte also kaum Optionen - ausser auf........

© Luzerner Zeitung