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Geburtstagspost von der Bundeswehr: Was jetzt?

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31.12.2025

Im Dezember streikten Zehntausende Schüler:innen gegen den neuen Wehrdienst und eine mögliche Wehrpflicht. Ab Januar ist der Fragebogen der Bundeswehr Pflicht für junge Männer. Wie sollte eine Bewegung gegen Aufrüstung damit umgehen?

Deutschland rüstet massiv auf. Der Verteidigungsminister provoziert mit der Forderung nach einem „kriegstüchtigen“ Land. Genug Geld für neue Waffen ist vorhanden – durch Sondervermögen und die Reform der Schuldenbremse. Nur die Soldat:innen fehlen noch: Bis 2035 soll die Bundeswehr von aktuell 184.000 auf etwa 260.000 Soldat:innen anwachsen.

Um das zu erreichen, müssen alle ab 2008 geborenen deutschen Männer einen Fragebogen ausfüllen. Ab 2027 sind verpflichtende Tauglichkeitsuntersuchungen geplant. Die Bundesregierung hofft, damit viele neue freiwillige Wehrdienstleistende zu gewinnen. Deren Anzahl soll in den kommenden Jahren anwachsen und ab 2031 pro Jahr etwa 40.000 Menschen in die Kasernen führen.

Zeitgleich zur milliardenschweren Aufrüstung spitzen sich die Krisen zu: höhere Mieten, ein unsicherer Arbeitsmarkt, wachsende Armut. Das trifft junge Menschen hart. Mit einem üppig bezahlten Wehrdienst bietet die Regierung Merz eine individuelle Alternative zum sozialen Elend an, während sie für den Rest der Gesellschaft die Lebensbedingungen weiter aushöhlt.

Du bist betroffen, willst aber nicht zur Bundeswehr?

Du wurdest 2008 geboren und hast vielleicht gegen den Wehrdienst am 5. Dezember die Schule bestreikt?

Erstmal: Alles Gute zum 18. Geburtstag. Viel Spaß beim Feiern!

Neben Glückwunschkarten und Gutscheinen steckt im Briefkasten ein Umschlag der Bundeswehr mit QR-Code und 16-stelligem Zugangsschlüssel. Mit den Fragebögen schätzt die Bundesregierung ein, wie viel Personal ihr für die Aufrüstung zur Verfügung........

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