Die neue Elterngeldregelung bereitet mir Zukunftsängste
Die neue Elterngeldregelung bereitet mir Zukunftsängste
Familienministerin Prien stellte kürzlich ihren Plan für die Kürzung im Elterngeld vor. Unsere Autorin Miri But, die im sechsten Monat schwanger ist, teilt ihre Zukunftsängste und Wünsche.
Ich bin im sechsten Monat schwanger als klar wird, dass es dem Elterngeld bald an den Kragen gehen wird. Familienministerin Prien verkündete bereits letzten Monat, dass beim Elterngeld gespart werden soll – damals ist noch nicht klar, wie. Jetzt ist der Vorschlag draußen und die „neun-drei Regelung“ soll die „zwölf-zwei Regelung“ ersetzen.
Wenn beide Eltern das Elterngeld beziehen wollen, bedeutet das nun, dass ein Elternteil neun Monate Elterngeld beziehen darf, während dem anderen Elternteil drei Monate zur Verfügung stehen. Insgesamt sinkt die Bezugszeit von 14 auf 12 Monate. Mit diesen Änderungen versucht Familienministerin Prien die Kürzung von 500 Millionen Euro in ihrem Etat umzusetzen.
Wir beginnen sofort zu rechnen, schließlich wollen wir gerne zumindest den ersten Monat gemeinsam beziehen. Wie soll ich das sonst alleine schaffen? Ich bin zum ersten Mal mit einem kleinen Baby Zuhause, meine Hormone stellen sich abrupt um und dann werde ich natürlich von den Anstrengungen der Geburt gezeichnet sein.
Doch auch in den elf Monaten danach ist unklar, wie wir uns am besten aufteilen können – soll ich nach neun Monaten direkt wieder in die Vollzeitarbeit einsteigen? Nur so können wir uns unsere Zwei-Zimmer-Wohnung in München überhaupt leisten und eigentlich bräuchten wir jetzt ja mehr Wohnraum, was aktuell unerreichbar scheint. Was ist, wenn ich noch stille, kann ich dann überhaupt arbeiten gehen? Und wie sollen wir uns den Krippenplatz leisten, jetzt wo unser Oberbürgermeister Dominik Krause (Bündnis 90/Die Grünen), als erste Amtshandlung den kostenlosen Kindergarten in München abgeschafft hat.
Vor wenigen Tagen kommt für uns dann eine kleine Erleichterung: die Regelung wird erst für Kinder gelten, die nach dem ersten November 2027 geboren werden. Das verschafft uns immerhin zwei Monate mehr und ermöglicht uns eine bessere Aufteilung. Doch meine Gedanken sind bei den Familien, die nächstes Jahr schwanger werden. Und was ist, wenn wir ein zweites Kind wollen?
Diese Neuerung wird uns unter dem Deckmäntelchen der Gleichberechtigung verkauft, da Väter nun drei statt zwei Monate Elterngeld beziehen können. Doch eigentlich reiht sich auch sie in die Angriffe der Merzregierung auf die Arbeiter:innenklasse, wie die Attestpflicht ab dem ersten Krankheitstag, die Rentenreform oder die neue........
