Iran: Proteste und Streiks gegen die Inflation breiten sich im ganzen Land aus
Die Inflationskrise schürt Proteste in ganz Iran. Die Mobilisierungen spiegeln eine umfassendere soziale Krise wider, die von imperialistischen Sanktionen, Sparmaßnahmen und Unterdrückung gekennzeichnet ist.
Seit Sonntag, dem 28. Dezember, erlebt Iran landesweiter Proteste, ausgelöst durch die Schließung des historischen Großen Basars von Teheran. Die sich immer weiter verschärfende Inflationskrise hat auf die Straßen übergriffen. Angesichts des freien Falls der Währung und der zunehmenden Unerschwinglichkeit von Lebensmitteln haben sich die Unruhen auf mehrere Städte ausgeweitet. Videos zeigen, wie die Polizei Tränengas einsetzte, um Protestierende in Teheran und mindestens zwei weiteren Städten zu vertreiben, einige Demonstrant:innen wurden bereits festgenommen
Die Schließung des Großen Basars hat über ihre unmittelbaren wirtschaftlichen Auswirkungen hinaus Bedeutung. Der Basar, der seit langem als Barometer für soziale Stabilität gilt, steht im Zentrum des nationalen Handels und hat historisch gesehen eine politische Rolle gespielt, unter anderem während der Revolution von 1979. Seine Schließung signalisiert einen wachsende Unzufriedenheit unter den gesellschaftlichen Schichten, die traditionell als vorsichtig oder regierungsfreundlich gelten, und ein wachsendes Gefühl, dass normale wirtschaftliche Aktivitäten unter den Bedingungen extremer Währungsvolatilität und Inflation unmöglich geworden sind.
Gleichzeitig gehen die Proteste auf dem Basar mit Aktionen der Arbeiter:innenklasse einher, die durch die jüngsten Kampfwellen politisch aktiver geworden ist. Allein am Sonntag wurden landesweit mindestens 14 Protestaktionen gemeldet. Zuckerarbeiter:innen in Shush setzten ihre Demonstrationen fort und forderten die Zahlung ausstehender Löhne, Arbeitsplatzsicherheit und die Wiedereinstellung entlassener Kolleg:innen. Eisenbahnarbeiter:innen in Dorud verlängerten ihre Streiks gegen die Privatisierung und drohende Entlassungen. Rentner:innen mobilisierten sich in Teheran, Ahvaz, Isfahan, Rasht und Kermanshah gegen den Zusammenbruch der Kaufkraft und für den Zugang zur........
