22 Migrant:innen sterben vor Kreta auf der Flucht: Abolish Frontex!
22 Migrant:innen sterben vor Kreta auf der Flucht: Abolish Frontex!
22 Migrant:innen sind auf dem Mittelmeer verhungert. Dies wäre vermeidbar gewesen und ist Schuld der EU-Staaten.
Ende vergangener Woche sind 22 Menschen vor der Küste der griechischen Insel Kreta verhungert und verdurstet, wie unter anderem die Berliner Morgenpost berichtete. Insgesamt 48 Personen waren in einem Schlauchboot auf dem Mittelmeer auf der Flucht, das aufgrund fehlender Orientierungs- und Navigationsmöglichkeiten über einen Monat im Meer umher trieb. Das Boot startete am 21. März von der libyschen Küstenstadt Tobruk aus. Am Donnerstag wurden die überlebenden 26 Menschen von Frontex auf die griechische Insel Kreta gebracht.
Die bürgerlichen Medien sprechen von einer Tragödie. Dies klingt, als wäre das regelmäßige Sterben von Menschen auf der Flucht etwas Unvermeidbares und der Lauf der Dinge. Dabei ist genau das politisch gewollt. Die immer stärkere Abschottung der europäischen Staaten und die Asylrechtsverschärfungen treiben Menschen in den Tod. Genauso wie die andauernden Versuche, die Seenotrettung zu kriminalisieren.
Wenn es sichere Fluchtrouten gäbe, wäre niemand auf sogenannte Schlepperbanden angewiesen, die viel Geld für unsichere und gefährliche Fahrten nach Europa vergangen und mit dem Leid der Menschen Profite erzeugen. Aber genau dies ist nicht gewollt. Statt darüber zu sprechen, dass Deutschland von Kriegen in und Ausbeutung von abhängigen Ländern profitiert, bemüht Bundeskanzler Friedrich Merz bei jeder ihm sich bietenden Gelegenheit das Narrativ, dass migrantische Männer krimineller und frauenfeindlicher seien und dass „deutsche Frauen“ vor diesen geschützt werden müssten. So auch vor wenigen Tagen, als Merz zu einer Stellungnahme gegen patriarchale Gewalt gedrängt wurde und von sich gab, dass ja Zuwanderer an dieser Schuld tragen würden.
Und gleichzeitig ist das Budget der Frontex ist in den Jahren von 2005 bis 2025 kontinuierlich angestiegen und betrug letztes Jahr über 1,1 Milliarden Euro. Wofür wird dieses Geld verwendet? Nicht, um Menschen zu helfen, die vor Kriegen, Naturkatastrophen oder miserablen Lebensbedingungen fliehen und die in so großer Not sind, dass ihre einzige Möglichkeit eine wochenlange lebensgefährliche Seefahrt nach Europa ist. Frontex ist eine „Grenzschutzagentur“ und soll die Grenzen schützen, nicht die Menschen.
Jede Person, die auf dem Mittelmeer oder einer anderen Fluchtroute auf der Suche nach einem besseren Leben stirbt, ist eine zu viel. Wir brauchen offene Grenzen und sichere Fluchtmöglichkeiten statt rassistischer Hetze und Kriminalisierung von Migrant:innen. Wir müssen Frontex abschaffen und durch selbstorganisierte Seenotrettung ersetzen, die wirklich im Interesse der Menschen handelt.
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